Gruppe D Angolas Traum geplatzt
Leipzig - Beide Teams verabschieden sich nach dem 1:1 (0:0) in Leipzig ohne Sieg von der WM. Angola scheiterte vor allem an seiner Schwäche im Angriff und schoss in drei Spielen nur ein Tor. Iran holte nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Mexiko und Portugal immerhin ein Unentschieden, fährt aber als Gruppenletzter nach Hause.
"Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren", sagte Angolas Coach Luis de Oliveira Goncalves. Irans Trainer Branko Ivankovic verkündete nach der Partie seinen Abgang. "Nach fünf Jahren ist es Zeit für mich, zu gehen. Ich suche eine neue Herausforderung, irgendwo", sagte der 52 Jahre alte Kroate.
Ivankovic stand bereits nach den beiden Pleiten gegen Mexiko (1:3) und Portugal (0:2) im Reich der Mullahs stark in der Kritik und hatte sich zudem vor dem Angola-Spiel mit Bayern-Star Ali Karimi angelegt. "Ich habe Karimi vor dem Spiel gefragt, ob er spielen will. Er hat abgelehnt", schilderte Ivankovic seine Sicht der Dinge. Karimi entgegnete, er habe nicht spielen wollen, "weil ich Probleme mit Ivankovic und Ali Daei habe", und schmollte auf der Ersatzbank.
Iran um die Bundesliga-Profis Vahid Hashemian, Ferydoon Zandi und Mehdi Mahdavikia bestimmte die Partie vor allem vor der Pause. Zandi (14.) und Routinier Ali Daei (23./24.) hatten die Führung auf dem Fuß, scheiterten aber am erneut starken João Ricardo im Tor von Angola.
Die Afrikaner machten lange Zeit nicht den Eindruck, als wollten sie mit einem Sieg noch die Chance auf das Achtelfinale nutzen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kamen sie besser ins Spiel, mehr als eine Chance durch Love kurz vor dem Pausenpfiff sprang allerdings dabei nicht heraus.
Erst nach der Halbzeit kam der WM-Neuling häufiger vor das iranische Tor. Mendonca probierte es in der 46. und 52. Minute mit zwei Weitschüssen, verfehlte das Tor aber knapp. Besser machte es der eingewechselte Flavio nach einer Stunde. Er köpfte das erste WM-Tor in der Geschichte Angolas und ließ die Hoffnungen auf den Achtelfinal-Einzug wieder aufkeimen.
Diese hielten allerdings nur eine Viertelstunde lang. Dann war Sohrab Bakhtiarizadeh nach einer Ecke per Kopf zur Stelle und erzielte den verdienten Ausgleich für Iran. In der Schlussphase drängte Angola auf den erneuten Führungstreffer, kam allerdings nicht mehr zu ernsthaften Chancen.
Angola - Iran 1:1 (0:0)
1:0 Flavio (60.)
1:1 Bakhtarizadeh (75.)
Angola: João Ricardo - Locó, Jamba, Kali, Delgado - Zé Kalanga, Figueiredo (73. Rui Marques), Mateus (23. Love), Mendonça, Miloy - Akwá (51. Flávio).
Iran: Mirzapour - Kaabi (67. Borhani), Bakhtiarizadeh, Rezaei, Nosrati (13. Shojaei Soleimani) - Teymourian, Zandi - Mahdavikia, Madanchi, Hashemian (39. Khatibi) - Daei.
Schiedsrichter: Shield (Australien)
Zuschauer: 38.000
bri/dpa