Gruppe E Auch Irland kommt weiter
Yokohama - Irland hat zum dritten Mal nach 1990 und 1994 das WM-Achtelfinale erreicht. Nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg am letzten Spieltag der Vorrunden-Gruppe E in Yokohama gegen Saudi-Arabien belegen die Iren den zweiten Platz hinter Deutschland und treffen nun in der nächsten Runde auf den Erstplatzierten der Gruppe B. Die Iren mussten allerdings mehr als eine Stunde lang zittern.
Im ersten Länderspiel gegen die Saudis erzielte Robbie Keane (7.), Gary Breen (62.) und Damien Duff (87.) die Tore für die Iren. Die sieglosen Fußballer von der arabischen Halbinsel können sich dennoch erhobenen Hauptes vom Turnier verabschieden, denn nach dem 0:8 zum Auftakt gegen die DFB-Auswahl steigerte sich das Team erheblich und hatte sich zuvor Kamerun nur mit 0:1 geschlagen geben müssen.
Von der ersten Minute an unterstrichen die Iren in ihrem insgesamt zwölften WM-Spiel vor 65.320 Zuschauern ihre Ambitionen und setzten die Saudis stark unter Druck. Schon eine Minute vor dem 1:0 durch Keane, der das deutsche Team mit seinem Last-Minute-Tor im zweiten Gruppenspiel geschockt hatte, sorgte Kevin Kilbane für
den ersten Warnschuss. Die Fußballer vom arabischen Golf konnten sich kaum befreien, weil das Forechecking des gut organisierten Gegners im Mittelfeld kaum Räume zum Kontern offenbarte.
Probleme mit dem technisch starken Spiel der Saudis
Erst nach 23 Minuten wurde der erste Torschuss für Saudi-Arabien registriert. Doch der hatte offenbar Signalwirkung, denn nach einer halben Stunden wurden die Iren in die Defensive gedrängt und hatten einige Probleme mit dem technisch starken Spiel der Saudis, für die Khamis al-Dossari, Hasan al-Yami und Nawaf
al-Temyat drei großen Möglichkeiten zum Ausgleich vergaben.
Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff hatte erneut England-Legionär Keane von Leeds United das 2:0 auf dem Fuß, doch aus der Drehung verzog er nur knapp. Doch schließlich mussten sich die tapfer kämpfenden Saudis dem irischen Sturmlauf beugen. Als logische Konsequenz sorgte Breen (62.) nach einem Freistoß des Routiniers Steve Staunton aus kurzer Distanz für die Vorentscheidung. Den Schlusspunkt setzte Duff in der 87. Minute, allerdings mit freundlicher Unterstützung von Torhüter Mohammed al-Deayea.
"In der ersten Hälfte haben wir viele Chancen vergeben"
"Die Jungs haben brillant gespielt", freute sich Irlands Coach Mick McCarthy nach dem Einzug in die K.o.-Runde. "Am Anfang waren wir etwas nervös, aber in der zweiten Hälfte standen wir sicher." Dagegen trauerte Saudi-Arabiens Traine Nasser Al-Johar der Drangperiode seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit nach. "In der ersten Hälfte haben wir eine Menge Chancen vergeben", so Al-Johar, der trotz des Ausscheidens nicht völlig niedergeschlagen aus Japan abreisen wird.
"Wir haben bei dieser WM eine Menge Lektionen lernen müssen, aber dadurch haben wir auch eine Menge Erfahrung dazu gewonnen. Angesprochen auf das miserable Torverhältnis seines Team (0:12 Tore in drei Spielen) erwiderte Al-Johar nur trocken: "Frankreich hat in drei Spielen auch keinen Treffer erzielen können."
Saudi-Arabien - Irland 0:3 (0:1)
0:1 Keane (7.)
0:2 Breen (62.)
0:3 Duff (87.)
Saudi-Arabien: Mohammed Al-Deayea - Al-Jahani (78. Ahmed
Al-Dosari), Tukar, Sulaiman (68. Abdullah Al-Dosary), Al-Shehri -
Sulimani, Al-Shahrani, Al-Khathran (67. Al-Shlhoub), Al-Temyat,
Khamis Al-Dossari - Al-Yami
Irland: Given - Kelly (80. McAteer), Breen, Staunton, Harte
(46. Quinn) - Finnan, Holland, Kinsella (89. Carsley), Kilbane -
Duff, Keane
Schiedsrichter: Falla Ndoye (Senegal)
Zuschauer: 65.320
Gelbe Karten: Al-Temyat / Staunton