Haching - Rostock Fluch der Hackentricks
Unterhaching - Nach dem vierten Unentschieden in Folge machte sich bei der SpVgg Unterhaching im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga fast schon Resignation breit. "Zu mehr reicht es momentan wohl nicht. Man muss sich fragen, wo man denn dann drei Punkte holen soll?", sagte Trainer Lorenz-Günther Köstner nach dem mageren 1:1 (0:0) gegen Hansa Rostock ernüchtert. "Das war einfach zu wenig", stellte auch Marco Haber kleinlaut fest, nachdem der erhoffte Befreiungsschlag wieder einmal nicht gelungen war.
"Wir haben uns stümperhaft verhalten"
Entsprechend hart ging Köstner mit seiner Mannschaft nach einer erneut schwachen Vorstellung im heimischen Sportpark und dem fünften Spiel in Serie ohne Sieg ins Gericht. "Wenn man mit einer Führung so schlampig umgeht, hat man den Sieg nicht verdient. Vor dem 1:1 haben wir uns stümperhaft verhalten", schimpfte der
SpVgg-Coach.
Gemeint war vor allem der in der 46. Minute eingewechselte Abdelaziz Ahanfouf. Der 23-Jährige, der in der Winterpause für 250.000 Mark von Rostock nach Unterhaching zurückgekehrt war, brachte
die SpVgg in der 53. Minute mit seinem ersten Bundesligator zwar in Führung. Vor dem 1:1-Ausgleich durch Slawomir Majak (75.) leistete sich Ahanfouf jedoch einen katastrophalen Fehlpass im Mittelfeld.
Leichtfertige Hackentricks
"Wir waren auf dem Weg zum 2:0. Da darf man nicht so schlampig spielen", moserte Köstner, dem ohnehin die Spielweise seiner Mannschaft missfiel: "Wir haben in der Anfangsphase sehr schlecht von hinten rausgespielt. Bis zum Tor wurde es besser. Aber nach der Führung fangen wir an, mit der Hacke zu spielen - einmal Ahanfouf, einmal Zimmermann. Das war leichtfertig."
Deshalb mussten Trainer und Spieler bei einem Pünktchen Vorsprung auf die Abstiegsränge zum wiederholten Male in dieser Saison Durchhalteparolen bemühen. "Jetzt müssen wir eben in Cottbus drei Punkte holen, da hilft gar nichts", verkündete
Ahanfouf. Überzeugt klang dies bei der chronischen Unterhachinger Auswärtsschwäche allerdings nicht. Ohnehin spricht das Restprogramm nicht gerade für die SpVgg: Zuhause gegen 1860 München und Dortmund, auswärts in Cottbus, Bremen und Schalke.
Starker Lantz
Da hat Rostock im Abstiegskampf schon bessere Karten. Mit 36 Zählern und sechs Punkten Vorsprung nach hinten kann Hansa schon einmal für eine weitere Saison in der Bundesliga planen. Entsprechend zufrieden war Friedhelm Funkel nach dem 1:1 vor 10.000 Zuschauern auch. "Das war ein gewonnener Punkt. Wir können mit dem Ergebnis sehr gut leben, es ist schwer in Unterhaching einen Rückstand wieder aufzuholen", erklärte Funkel, obwohl sein Team bis auf den starken Marcus Lantz keineswegs überzeugen konnte.
Immerhin nährte das Remis bei sechs Punkten Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz bei den Fans an der Ostsee die Hoffnung, diesmal nicht bis zum letzten Spieltag zittern zu müssen. "Das wollen wir unbedingt vermeiden", meinte der eingewechselte Majak. Torhüter Martin Pieckenhagen forderte, möglichst schnell "mindestens noch einen Sieg einzufahren. Am besten
schon nächste Woche". Vor allzu großer Euphorie warnte der Rostocker Coach allerdings: "Wir müssen erst noch einmal gewinnen. Mit 36 Punkten steigt man ab. Wir haben jetzt Köln zu Gast. Das ist die konterstärkste Mannschaft der Liga. Das wird schwer."
SpVgg Unterhaching - Hansa Rostock 1:1 (0:0)
Unterhaching: Tremmel - Strehmel - Seifert, Grassow - Haber (90. Garcia), Zimmermann, Schwarz (58. Cizek), Hirsch - Oberleitner - Breitenreiter, Bugera (46. Ahanfouf)
Rostock: Pieckenhagen - Jakobsson - Benken (66. Brand), Oswald - Rydlewicz, Wibran, Schröder (46. Zallmann), Lantz, Baumgart (66. Majak) - Salou, Arvidsson
Schiedsrichter: Steinborn (Sinzig)
Tore: 1:0 Ahanfouf (53.), 1:1 Majak (75.)
Zuschauer: 10.000
Gelbe Karten: Haber (3), Ahanfouf (3)