Hallenmasters Dortmund nach Hause geschickt
München - Nationalspieler Mehmet Scholl hat dem FC Bayern München mit einem Gala-Auftritt eine Blamage erspart und die Hoffnung auf den erstmaligen Gewinn des DFB-Hallen-Masters erhalten. Der Super-Techniker, der von Trainer Ottmar Hitzfeld als einer von ganz wenigen Stars des deutschen Fußball-Meisters nicht geschont wurde, führte die Münchner am Samstag beim "Heimspiel" in der mit 9.600 Zuschauern ausverkauften Olympiahalle mit zwei Treffern zum umjubelten 3:0-Erfolg gegen den Zweitligisten FC Energie Cottbus.
Mit diesem Erfolg verhinderten Scholl und Co. eine Pleite, nachdem sich die Bayern im Eröffnungsspiel eine 1:2-Niederlage gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth geleistet hatten. So sicherte sich das Münchner "B-Team" hinter den hochmotivierten Franken wenigstens den zweiten Platz in Gruppe A. "Jetzt hoffen wir, dass wir morgen besser spielen", sagte Scholl.
Titelverteidiger Borussia Dortmund bezahlte den Verzicht auf einige namhafte Stars dagegen mit dem Vorrunden-K.o.: In der "West-Gruppe" mit Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach kam der viermalige Hallen-Champion nicht über den dritten und letzten Platz hinaus. Im entscheidenden Spiel verlor der BVB, bei dem neben dem verletzten Andreas Möller unter anderem die Stürmerstars Victor Ikpeba und Fredi Bobic sowie Jürgen Kohler und Stefan Reuter fehlten, gegen Leverkusen mit 3:4. Bei Bayer glänzte dabei der Brasilianer Robson Ponte in Abwesenheit seiner Landsleute Emerson und Ze Roberto mit drei Treffern.
"Hallenkönig" Thomas Häßler kann dagegen noch wie im Vorjahr erneut den Titel holen. Der Ex-Dortmunder führte den hochmotivierten Veranstalter TSV 1860 München als glänzender Spielmacher zusammen mit dem erfolgreichsten Torjäger des ersten Spieltages, Martin Max (vier Treffer), in Gruppe D zu Siegen gegen Hansa Rostock (3:1) und Tennis Borussia Berlin (4:3). "Es macht einfach Spaß, Thomas Häßler zuzusehen", lobte "Löwen"-Trainer Werner Lorant seinen Top-Star.
Neben Dortmund bereits ausgeschieden sind Energie Cottbus, Stuttgarter Kickers und TeBe Berlin. Vor allem die drei Zweitligisten durften sich allerdings mit den 200.000 Mark Startgeld trösten, die jeder der insgesamt zwölf Teilnehmer in München kassiert.
Im Kampf um die 60 000 Mark Siegprämie kommt es am Sonntag (12.50 Uhr/live bei DSF und SAT.1) zu folgenden Viertelfinalspielen: Fürth - Bremen, Kaiserslautern - Bayern, Leverkusen - Rostock und 1860 München - Mönchengladbach. Besondere Brisanz birgt natürlich das Duell von Mario Basler mit seinen ehemaligen Bayern-Kollegen. Zumal der in der Vorrunde gemeinsam mit Basler nach der Regensburger "Pizzeria-Affäre" vom Bayern-Präsidium suspendierte Sven Scheuer aus Personalnot für das Masters begnadigt wurde und das Tor hüten darf.
Einsatz und Siegeswille standen in der Olympiahalle wie von den Kritikern befürchtet meist höher im Kurs als der große Fußball-Zauber mit Kabinettstückchen und taktischen Freiheiten. Spannende Spiele und 50 Tore in zwölf Spielen unterhielten das Publikum dennoch prächtig. Schlimme Verletzungen gab es außerdem nicht. "Es macht Spaß, wenn nicht getreten wird und es fair zugeht. Bis jetzt ist es okay", meinte Mehmet Scholl.