Noch-HSV-Boss Beiersdorfer Er bleibt, er bleibt nicht ...
Eigentlich waren seine Tage beim Hamburger SV gezählt. Am vorvergangenen Sonntag gab der Klub die Abberufung von Dietmar Beiersdorfer als Vorstandschef bekannt. Mit Heribert Bruchhagen wurde ein Nachfolger präsentiert.
Doch das heißt noch lange nicht, dass Beiersdorfer den HSV auch wirklich verlässt.
Tatsächlich könnte er dem Klub über das Jahresende hinaus erhalten bleiben, dann aber nicht mehr als Vorstandsboss, sondern in neuer Position als Sportchef. Dabei war dem 53-Jährigen unter anderem vorgeworfen, selbst bei der langen Suche nach einem Sportdirektor gescheitert zu sein.
Der TV-Sender Sky hatte am Samstag im Laufe seiner Bundesliga-Berichterstattung verkündet, Beiersdorfer habe ein entsprechendes Angebot seines Nocharbeitgebers angenommen. Bald-HSV-Boss Bruchhagen saß zu diesem Zeitpunkt praktischerweise vor den Sky-Kameras, er arbeitet noch bis Jahresende als Experte für den Sender. Ob Beiersdorfer nun tatsächlich in neuer Rolle im Verein bleibe? "Es macht keinen Sinn, dass ich mich dazu in diesem Moment äußere", sagte Bruchhagen.
Beiersdorfer beim HSV: Eine Geschichte aus zwei Amtszeiten
Auch Beiersdorfer selbst gab sich zurückhaltend, vermied aber ein ausdrückliches Dementi. "Ich weiß davon nichts", sagte er am Sonntag im Sport1-"Doppelpass", und: "Ich unterstütze den Klub bis zum letzten Tag. Nur darauf liegt im Moment mein Fokus. Über alles andere möchte ich nicht spekulieren." Die "Bild"-Zeitung berichtete nun, dass er in neuer Funktion beim HSV bleiben wolle, allerdings einen Platz im Vorstand einfordere.
Ein Beiersdorfer-Verbleib würde vielen beim HSV gefallen. "Wir mögen Didi alle unwahrscheinlich gerne", sagte Offensivspieler Nicolai Müller. Ähnlich äußerte sich Verteidiger Matthias Ostrzolek: "Didi ist eine überragende Person, die uns Spielern ganz nahe ist. Er lebt den HSV." Trainer Markus Gisdol hatte schon in der vergangenen Woche erklärt, er würde gerne weiter mit Beiersdorfer zusammenarbeiten. Dieser genieße "höchstes Ansehen" in der Mannschaft.
Aber eben nicht im Aufsichtsrat. Dieser hatte Beiersdorfers Aus vorige Woche einstimmig beschlossen. Leider sei dessen Arbeit "im Kerngeschäft Fußball-Bundesliga nicht erfolgreich" gewesen, lautete die offizielle Begründung.
Beiersdorfer war nach der Trennung von Peter Knäbel bereits im vergangenen Sommer für Transfers verantwortlich gewesen - und wurde seither für die Zusammenstellung des Hamburger Kaders oft kritisiert. Vor allem für die Defensive forderte Trainer Gisdol zuletzt mehrfach personelle Verstärkung. Doch auch in der Offensive hapert es beim HSV trotz teurer Sommerzugänge. Mit zwölf Treffern nach 15 Partien stellt der abstiegsbedrohte Klub den zweitschwächsten Angriff der Liga.
Nun könnte Beiersdorfer den Auftrag erhalten, Beiersdorfers Fehler zu korrigieren.
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