Hamburger SV Mitglieder stärken Vorstandschef Hoffmann
Hamburg - Der Hamburger SV hat einen neuen Aufsichtsrat. Bei der Mitgliederversammlung am Sonntag sind vier neue Kontrolleure in das Gremium des Fußball-Bundesligisten gewählt worden. Dem Aufsichtsrat gehören künftig unter anderen der Großunternehmer Alexander Otto und Ex-Profi Sergej Barbarez an.
Alle vier Kandidaten der Abteilung "Fördernde Mitglieder/Supporters" sind indes gescheitert. Bei der Abstimmung waren 4677 Vereinsmitglieder anwesend, so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Vereins. Der Vorstandsvoritzende Bernd Hoffmann ist somit deutlich gestärkt aus der richtungweisenden Wahl hervor gegangen. Denn es konnten sich überwiegend Befürworter der derzeitigen Vereinspolitik durchsetzen. Dagegen schaffte kein Vertreter aus der Fraktion der Hoffmann-Kritiker den Sprung in das zwölfköpfige Kontrollgremium.
"Das ist ein klares Mitgliedervotum für den Verein. Um mich persönlich ging es dabei nicht. Ich sehe es eher als einen guten Tag für den HSV", sagte Hoffmann, der den Club seit Februar 2003 führt und in Hamburg noch bis Ende 2011 unter Vertrag steht,
Aus der bisherigen Zusammensetzung werden fünf Aufsichtsräte weiter in dem Gremium vertreten sein, darunter der bisherige Aufsichtsratschef Horst Becker, der das beste Ergebnis aller 20 Kandidaten erzielte. Neben den ebenfalls wiedergewählten Ronald Wulff und Bernd Enge erhielten auch vier prominente Vertreter aus der Hamburger Wirtschaft je einen der acht vakanten Sitze. Vier Aufsichtsratsposten sind fest an einzelne HSV-Abteilungen vergeben, einer davon steht den Supporters zu.
Die verschiedenen Lager des mehr als 58.000 Mitglieder zählenden Traditionsclubs hatten sich einen ungewohnt harten Wahlkampf geliefert und sich gegenseitig vereinsschädigendes Verhalten vorgeworfen. Besonders zwischen Johannes Liebnau, einem umstrittenen Vertreter der kommerzkritischen Supporters, und Hoffmann hatte es ein verbales Duell gegeben.