Hamburger SV Yeboah macht den Abflug
Hamburg - "Tony wollte einen sauberen Abgang und keinen Zwist", erklärte HSV-Teammanager Bernd Wehmeyer, nachdem sich Yeboah und der Verein am Donnerstag auf eine vorzeitige Vertragsauflösung zum 31. Dezember geeinigt hatten. Die Vereinbarung soll in den nächsten Tagen unterschrieben werden. Der zwischen 35 und 40 Jahre alter Ghanaer mit den vielen Geburtsurkunden, dessen Kontrakt eigentlich erst zum Saisonende auslaufen sollte, erhält angeblich keine Abfindung.
"Es wird nicht mehr diskutiert, es gibt keine Probleme mehr", sagte der Bundesliga-Torschützenkönig von 1993 über die Einigung mit dem HSV. Zuletzt war Yeboah sowohl vom mittlerweile entlassenen Trainer Frank Pagelsdorf, als auch von dessen Nachfolger Kurt Jara nicht mehr berücksichtigt worden. In dieser Saison brachte es der frühere Angreifer der Frankfurter Eintracht und des 1. FC Saarbrücken auf nur fünf Bundesliga-Einsätze.
Noch im Frühjahr dieses Jahres hatte Yeboah seinen auslaufenden Vertrag gegen den Willen des Vereins per Option um zwölf Monate verlängert. Yeboah, der zuletzt rund drei Millionen Mark im Jahr kassiert hatte, war 1997 vom englischen Premier-League-Klub Leeds United nach Hamburg gewechselt. Für Schlagzeilen hatte der Ashanti-Krieger gesorgt, als er Anfang dieses Jahres vom Landgericht Frankfurt wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu einer Geldstrafe von 360.000 Mark verurteilt worden war.