Hansa Rostock: Friedhelm Funkel muss gehen - DER SPIEGEL
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Hansa Rostock Friedhelm Funkel muss gehen

Nach der Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg griff Fußball-Bundesligist Hansa Rostock zur branchenüblichen Lösung in Krisensituationen. Der Trainer wurde entlassen.
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Rostock - Ausgerechnet ein guter Freund hat Friedhelm Funkel den K.o.-Schlag bei Hansa Rostock versetzt. Unmittelbar nach der 1:2 (0:1)-Heimniederlage gegen den von Wolfgang Wolf betreuten VfL Wolfsburg zog die Rostocker Chefetage die Reißleine und beurlaubte ihren Trainer mit sofortiger Wirkung.

"Vorstand und Aufsichtsrat haben den Entschluss einstimmig gefasst. Wir sind übereinstimmend zu der Überzeugung gekommen, dass wir Friedhelm Funkel nicht mehr zutrauen, unsere sportliche Zielstellung für diese Saison zu erfüllen", begründete Vorstandschef Manfred Wimmer die dritte Trainerentlassung der laufenden Saison nach Frank Pagelsdorf (Hamburger SV) und Werner Lorant (1860 München) sowie die insgesamt 261. in der Geschichte der Fußball-Bundesliga.

"Fehlender Aufwärtstrend"

"Angesichts des fehlenden Aufwärtstrends in den vergangenen Wochen und des heutigen Auftritts der Mannschaft sind wir zu der Auffassung gekommen, dass wir mit Friedhelm Funkel nicht mehr in die Erfolgsspur zurück finden", befand Hansa-Chef Horst Klinkmann. Nur 13 Punkte aus 15 Partien seien absolut unzureichend. Ein magerer Erfolg aus acht Heimspielen, nur zwei Siege aus den letzten 13 Partien und die desolate Vorstellung gegen die "Wölfe" hatten das Maß voll gemacht.

Der frühere Bundesliga-Profi, dessen bis zum Ende der Saison laufender Vertrag ohnehin nicht verlängert worden wäre, nahm die Entscheidung gefasst auf. "Ich bin nicht enttäuscht, sondern erleichtert. Man muss ehrlich eingestehen, dass die letzten Wochen nicht einfach waren. Die Stimmung war total vergiftet. Das war leistungshemmend auch für die Mannschaft", schätzte Funkel ein. Das Präsidium hätte die richtige Entscheidung getroffen, jemand anderen mit der Betreuung der Mannschaft zu beauftragen."Es geht um den Verein, nicht um Einzelpersonen, betonte Funkel.

Funkel-Nachfolger war dessen Vorgänger

Sein Interims-Nachfolger wird mit Juri Schlünz ausgerechnet der Mann, der schon sein Vorgänger war. Der 40-Jährige hatte die Rostocker im September 2000 nach der Entlassung des damaligen Trainers Andreas Zachhuber betreut und war dabei in drei Spielen ohne Niederlage geblieben. Danach trat der frühere Hansa-Kapitän ins zweite Glied zurück und arbeitete an der Seite von Friedhelm Funkel wieder als Co-Trainer. Ob Schlünz im nächsten Auswärtsspiel am kommenden Samstag bei Borussia Mönchengladbach als verantwortlicher Coach auf der Rostocker Bank sitzen wird, ließ die Hansa-Führung offen. "Wir werden in den nächsten Tagen an einer Lösung arbeiten", kündigte Wimmer an.

Angesichts der anhaltenden sportlichen Misere war in Rostock bereits seit Wochen über eine Ablösung von Funkel spekuliert worden. Endgültiger Auslöser für die innerhalb von nur gut einer Stunde gefällte Entscheidung war der indiskutable Auftritt gegen die keineswegs übermächtigen Niedersachsen. Tomislav Maric (32./65.) erzielte vor 11.000 total frustrierten Zuschauern im Rostocker Ostseestadion die Tore für die Wolfsburger, die nach dem zweiten Auswärtssieg zuversichtlicher in die Zukunft blicken können. Dem hatten die Gastgeber nur den Anschlusstreffer von Markus Beierle (89.) entgegenzusetzen. Das war letztlich viel zu wenig, um die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen. Nach 42 Minuten hallten erstmals laute "Funkel raus"-Rufe durch das Rund. Nach Maric' zweitem Tor skandierte selbst die Rostocker Fankurve "Zweite Liga - Hansa ist dabei."

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