Heimniederlage Herthas peinliche Pleite
Berlin - Im Hinspiel in Genf hatten die Berliner 0:0 gespielt und hatten die Möglichkeit durch einen Heimsieg eine Runde weiter zu kommen. Doch der Brasilianer Hilton (18.) brachte die Schweizer in Front. Nur eine Minute später der zweite Schock für der Berliner: Dick van Burik sah wegen einer "Notbremse" gegen Genfs Stürmer Alexander Frei die Rote Karte. Kurz nach dem Wechsel sorgte Frei (49.) mit dem zweiten Treffer für die Entscheidung. Der Jugoslawe Goran Obradovic (70.) machte die Schlappe für Hertha perfekt.
Für den Schweizer Club war es der erste Triumph in seiner Europapokal-Geschichte gegen eine deutsche Mannschaft. Dagegen war die erste Heimniederlage in ihrer Uefa-Pokal-Geschichte eine ganz schwarze Stunde für die Berliner.
Hertha musste erneut ohne sechs Stammspieler in die Begegnung gehen. Neben den Dauerverletzten Sebastian Deisler und Kostas Konstadinidis fehlten weiterhin Nationalspieler Marko Rehmer, Stefan Beinlich, Michael Hartmann und Torwart Gabor Kiraly. Doch vor 12.000 Zuschauern - darunter 300 als Nikoläuse verkleidete Fans - war den Gastgeber das Handicap zunächst kaum anzumerken.
Mit dem Schwung des Sieges am Sonntag gegen den FC Bayern München und dem Selbstbewusstsein aus einer Serie von zehn Spielen ohne Niederlage erspielten sich die Berliner in den Anfangsminuten ein Übergewicht. Die erste Chance besaß der Belgier Bart Goor (6.) mit einem 17-m-Schuss, den Servette-Torhüter Eric Pédat parierte.
Völlig überraschend dann der Führungtreffer: Nach einem Freistoß von Oscar Londono kam Hilton zum Kopfball und ließ Kiraly-Ersatz Christian Fiedler keine Chance. Kaum eine Minute später musste der Niederlander van Burik vorzeitig vom Platz, als einen Fehler seines Kollegen Rene Tretschok nur mit einer "Notbremse" gegen Frei ausbügeln konnte.
Fast 20 Minuten brauchte das Team von Trainer Jürgen Röber, um sich zu erholen. Dann vergaben Eyjölfur Sverrisson und Michael Preetz sowie der Brasilianer Marcelinho (37.) innerhalb von Sekunden Chancen zum Ausgleich. Wenige Augenblicke vor dem Pauspfiff scheiterte noch einmal Preetz gegen Genfs Keeper Pedat.
Röber reagierte in der Halbzeit und brachte mit dem Iraner Ali Daei einen vierten Stürmer auf das Spielfeld. Doch er verspekulierte sich: Der Schweizer Nationalspieler Frei nutzte eine Lücke in der entblößten Hertha-Abwehr und erhöhte auf 2:0. In der Folgezeit brachten die Berliner nichts mehr zustande. Servette kontrollierte das Spiel und war mit Konterchancen stets gefährlich. Fast logisch, dass die Schweizer durch Obradovic noch zum 3:0 kamen.
Hertha BSC Berlin - Servette Genf 0:3 (0:1)
0:1 Hilton (17.)
0:2 Frei (49.)
0:3 Obradovic (70.)
Berlin: Fiedler - Schmidt (46. Daei), van Burik, Sverrisson,
Simunic - Dardai, Maas, Tretschok (67. Neuendorf) - Goor, Preetz,
Marcelinho (73. Lapaczinski)
Genf: Pedat - Jaquet, Wolf, Hilton, Fournier - Lonfat,
Claiton, Londono, Oruma (87. Sanou) - Frei (81. Bah), Obradovic
(89. Wagner)
Schiedsrichter: Graham Barber (England)
Zuschauer: 10.000
Rote Karte: van Burik nach einer Notbremse (18.)
Gelbe Karten: Neuendorf - Londono