Hinkel-Interview "Die Unruhe hätte nicht sein müssen"
Herr Hinkel, was hat den Ausschlag für Ihre
Entscheidung gegeben, Ihren Vertrag in Stuttgart vorzeitig bis 2007 zu verlängern?
Andreas Hinkel:
Ich habe hier alles, was ich brauche, um meine Leistung zu verbessern und mir auch international im Hinblick auf die WM 2006 einen noch besseren Namen zu machen. Und ich wollte auch ein
Zeichen setzen.
Werden jetzt andere Spieler - zum Beispiel Kevin Kuranyi - nachziehen?
Hinkel: Kevin muss das für sich selbst entscheiden. Ich habe mich mit ihm über dieses Thema übrigens nicht viel unterhalten. Hier in Stuttgart kann man etwas aufbauen. Alleine geht das natürlich nicht. Da gehören zum Beispiel auch die Fans und Sponsoren dazu. Ich habe mir gut angeschaut, welche Spieler hier noch welche Verträge
haben.
Nicht nur Schalke, sondern auch ausländische Vereine hatten an Ihnen Interesse. Warum hat Sie das große Geld nicht gelockt?
Andreas Hinkel: Ich bin doch noch jung. Das Sportliche ist das Wichtigste momentan. Das andere kann irgendwann mal kommen. Ich habe mich hier fürs Herz entschieden. Es macht einfach Spaß, mit dieser Mannschaft
zusammen zu spielen.
Wie knapp war die Entscheidung zu Gunsten des VfB?
Andreas Hinkel: Dass letzte Saison nichts passiert ist, hat mich schon etwas verletzt. Ich habe ja immer meine Leistung gebracht, aber es hieß nur: Du hast ja einen Vertrag bis 2005. Deswegen hätte die Unruhe jetzt nicht sein müssen. Da denkt man manchmal schon, das ist ein dreckiges Geschäft. Es ist einiges kaputt
gegangen - aber jetzt wieder aufgebaut worden.
Sie sind nun ein Großverdiener beim VfB. Ist mit Ihrer
Vertragsverlängerung das Gehaltsgefüge noch intakt?
Andreas Hinkel: Ich denke, das ist im Rahmen. Meine Mitspieler haben heute auch gemeint, das wäre die richtige Entscheidung gewesen und mir gesagt, dass sie sich freuen, weiter mit mir zusammenzuspielen.
Aufgezeichnet von Ulrike John, dpa