Hintergrund: Volkskrankheit Depression - DER SPIEGEL
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Hintergrund Volkskrankheit Depression

Depressionen zählen in Deutschland zu den häufigsten Gründen für Berufsunfähigkeit. Auch die Krankheitstage auf Grund von Depressionen steigen drastisch.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Nach Angaben der Techniker Krankenkasse führten depressive Erkrankungen vergangenes Jahr in Deutschland zu 18 Millionen Fehltagen - fünf Prozent mehr als im Jahr 2000. Die Ursachen der Depressionen sind vielfältig und bleiben bei vielen Patienten unbekannt. Auslöser kann ein Schicksalsschlag sein.

Es gibt aber auch Depressionen, die von einem ungelösten, frühkindlichen Konflikt herrühren, der bis ins Erwachsenenalter hinein getragen wird. Als "Erschöpfungsdepression" gilt das Leiden, wenn die Depression von anhaltender psychischer Überlastung herrührt. Bei der "endogenen Depression" vermuten die Mediziner eine erbliche Komponente.

Auch organische Krankheiten können Depressionen auslösen. Insbesondere können Störungen des Botenstoffwechsels im Gehirn zu Depressionen führen. Manisch-Depressive wechseln zwischen übermäßiger Hoch- und Tiefstimmung.

Der Depressive hat anhaltende gedrückte und traurige Stimmung, wobei die Symptome am Morgen oft schlimmer sind als abends. Die Patienten ziehen sich zurück und verlieren das Interesse an gesellschaftlichen Kontakten und an vielen anderen Dingen des Lebens. Oft kommen Angst und unbegründete Schuldgefühle hinzu sowie das Gefühl völliger Wertlosigkeit.

Mit modernen Psychopharmaka und Psychotherapie kann den Erkrankten oft geholfen werden. In manchen Fällen ist auch gezielter Schlafentzug oder eine Lichttherapie sinnvoll. Bei manchen Patienten tritt jedoch trotz intensiver Behandlung keine (dauerhafte) Besserung ein. Depressionen sind die Hauptursache für Selbstmorde in Deutschland.