Hitzfeld-Interview "Bei uns ist Ernüchterung eingekehrt"
Herr Hitzfeld, wie groß ist die Enttäuschung, gegen den Tabellenletzten nur ein 2:2 erreicht zu haben?
Ottmar Hitzfeld:
Ich bin maßlos enttäuscht. Wir haben uns blamiert, wenn man wie wir so hohe Ansprüche stellt und Meister werden will. Bei uns ist Ernüchterung eingekehrt. Wir haben eine Riesenmöglichkeit verpasst, den Anschluss herzustellen.
Welche Gründe gibt es für den erneuten Rückschlag?
Hitzfeld: Wir haben den Gegner mit unseren Fehlern aufgebaut und den Kölnern zwei Tore geschenkt. Außerdem haben wir unsere Chancen nicht eiskalt ausgenutzt. Nach dem 2:2 haben wir Nerven gezeigt, zu viele weite Bälle gespielt. Und wenn wir zum Abschluss kamen, hat Stefan Wessels sensationell gehalten. Er ist über sich hinausgewachsen.
Von welchen Spielern sind Sie besonders enttäuscht?
Hitzfeld: Ich werde keine Namen nennen. Aber ich bin enttäuscht über die Leistung von einigen wenigen Spielern, die Mehrheit der Spieler hat gut gespielt. Einer hatte einen rabenschwarzen Tag.
Der FC Bayern steht am Mittwoch im DFB-Pokal gegen Hamburg vor der nächsten Bewährungsprobe. Was muss sich ändern?
Hitzfeld: Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, müssen weiter angreifen und den Blick nach vorne richten. Wir müssen jetzt ruhig bleiben. Für uns gibt es nur noch Endspiele.
Sie wollten bis Weihnachten mit der Konkurrenz gleich ziehen. Ist das noch realistisch?
Hitzfeld: Es ist weiter unser Ziel, den Vorsprung zu verringern. Wir haben gegen Stuttgart zuhause ein direktes Duell und spielen noch in Bremen. Wir sind fähig, auch dort zu gewinnen.
Aufgezeichnet von Thomas Niklaus, sid