Hitzfeld-Interview: "Wir sind blamabel aufgetreten" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Hitzfeld-Interview "Wir sind blamabel aufgetreten"

Der Frust sitzt tief. Das Pokal-Aus beim Zweitligisten Alemannia Aachen ist für Titelverteidiger Bayern München eine der größten Pleiten in der Vereinsgeschichte. Trainer Ottmar Hitzfeld war entsprechend sauer. Das Team müsse erst einmal kleinere Brötchen backen, so der 55-Jährige.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Herr Hitzfeld, was sagen Sie zu der 1:2-Niederlage auf dem Aachener Tivoli? Wie fühlen Sie sich?


Ottmar Hitzfeld:

Fotostrecke

Münchner Pokalpleite: Der Bayern-Blues

Foto: DPA

Ich bin maßlos enttäuscht. Aachen hat in der ersten Halbzeit erfrischenden Fußball gespielt und verdient gewonnen. Die werden wir sicher bald in der Bundesliga sehen. Aber der Anspruch des FC Bayern muss es sein, sich bei einem Zweitligisten durchzusetzen und den Pokal zu gewinnen.


Wird Ihnen nach einer solchen Leistung nicht angst und bange angesichts des bevorstehenden Vergleichs mit Real Madrid in der Champions League?


Hitzfeld: Vor allem die Art und Weise, wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind, war blamabel. Wir haben nun Einiges zu besprechen. Ich rede derzeit aber prinzipiell nicht über Madrid. Die Mannschaft muss sich erst einmal am Sonntag gegen Hannover rehabilitieren. Doch wenn man Real schlagen will und sich dann bei einem Zweitligisten blamiert, muss man seine Ansprüche relativieren.




War das schwache Auftreten Ihrer Mannschaft nicht in erster Linie eine Einstellungssache?


Hitzfeld: Man muss ja nicht unbedingt brennen, aber man muss wenigstens organisiert spielen. Erschreckend war, welch eklatante Abwehrfehler wir gemacht haben. Das müssen wir unbedingt abstellen.


Aber auch im Mittelfeld lief nicht viel zusammen. Fehlte den Bayern dort eine ordnende Hand?


Hitzfeld: Das sehe ich nicht so. Michael Ballack war sehr bemüht und viel in Bewegung. Er hat das 1:1 gemacht und beinahe auch das 2:1, als Landgraf auf der Linie rettete. Wenn alle so gefightet hätten wie er, hätten wir das Spiel gewonnen.


Aufgezeichnet von Holger Schmidt, sid