Hitzfeld-Lob: "Klinsmann ist genau der Richtige" - DER SPIEGEL
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Hitzfeld-Lob "Klinsmann ist genau der Richtige"

Letzte Woche hatte er sich als Nachfolger von Bundestrainer Jürgen Klinsmann in Stellung gebracht, jetzt springt Ottmar Hitzfeld seinem Kollegen zur Seite. Der Sieg gegen Australien sei ein Indiz für den Fortschritt, so der 56-Jährige. Auch in der Wohnsitz-Debatte unterstützt er den Nationaltrainer.
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Frankfurt/Main - "Ich kann ihm nur empfehlen, seinen Weg konsequent weiter zu gehen, Mut zu zeigen und nicht zu viele deutsche Zeitungen zu lesen", schrieb Hitzfeld in einer Kolumne für den "Kicker". Klinsmann sei "genau der Richtige - um im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 überall Euphorie zu entfachen", so der ehemalige Bayern-Coach.

Hitzfeld zog ein positives Fazit nach dem 4:3-Sieg der Klinsmann-Elf gegen Australien zum Auftakt des Konföderationen-Cups. Die Partie sei "ein Indiz für die Fortschritte der deutschen Mannschaft. Sie spielt viel druck- und schwungvoller nach vorn als bei der EURO 2004. Zumindest offensiv setzt sie um, was Jürgen Klinsmann fordert." Kritik übte der Routinier aber an der Defensive. Der Spielverlauf hätte "mir als Trainer Bauchschmerzen bereitet".

In der Diskussion um Klinsmanns Wohnsitz unterstützt Hitzfeld seinen Kollegen und verweist auf Otto Rehhagel, der gezeigt habe, dass dies funktionieren kann. "Wer jetzt von ihm (Klinsmann) fordert, seinen Wohnort nach Deutschland zu verlegen, dem rufe ich in Erinnerung, was voriges Jahr in Portugal geschah: Griechenland wurde mit einem Trainer Europameister, der in Deutschland lebt", schrieb Hitzfeld.

Voll des Lobes über den deutschen Bundestrainer zeigte sich auch Brasiliens Nationalcoach Carlos Alberto Parreira. "Klinsmann leistet gute Arbeit. Er war bei drei Weltmeisterschaften dabei, das gibt ihm bei den Spielern Glaubwürdigkeit", sagte der 62-Jährige in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Ich kenne ihn persönlich, er ist ein Mann mit Klasse. Er ist dabei, das Team zu erneuern, nicht nur, was die Namen angeht, auch in der Spielweise", so Parreira.

Kritik kam hingegen von Trainer-Legende Rudi Gutendorf. "Die Abwehr ist nicht schuld, sondern der ungezügelte Vorwärtsdrang der Jugend. Da ist das taktische Gehirn des Trainers gefragt", sagte der 78-Jährige der dpa. "Einfach die Zügel loslassen auf Kosten des Abwehrblocks ist taktisch infantil. Man merkt, dass Klinsmann noch kein richtiger Trainer, sondern noch zu sehr Spieler ist", sagte Gutendorf, der die australische Nationalmannschaft 1978 betreute. In seiner Zeit als Trainer des Meidericher SV Anfang der Sechziger Jahre wurde Gutendorf wegen seiner Defensivtaktik auch Riegel-Rudi genannt.