Hooligans Die Grenzen sind dicht
Düsseldorf/Aachen/Kleve - Der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens erklärte, dass präventive und repressive Mittel gegen potenzielle Gewalttäter schon ergriffen worden seien. In Nordrhein-Westfalen (NRW) habe die Polizei 954 der gewalttätigsten Hooligans der Kategorie C zu Hause aufgesucht und sie vor der Beteiligung an Krawallen bei der am Samstag beginnenden EM gewarnt, sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK) der Länder am Dienstag in Düsseldorf.
40 Personen aus Nordrhein-Westfalen müssen sich während der EM in Belgien und den Niederlanden regelmäßig bei der Polizei melden. In 60 Fällen wurden Ausreise-Verbote verhängt und damit das extra geänderte Pass- und Personalausweisgesetz angewandt. "Wer dieses Verbot missachtet, macht sich strafbar", sagte Behrens am Dienstag auf einer Pressekonferenz, an der auch Egidius Braun, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), teilnahm. Das Ansehen Deutschlands solle von Hooligans nicht ruiniert werden. Notfalls würden die Chaoten eingesperrt, so der Innenminister.
Nach Schätzungen der Polizei wohnen 1100 der insgesamt 2600 Gewalt suchenden deutschen Hooligans in NRW. Von den 4400 der so genannten Kategorie B, die zu Gewalt neigen, sollen 1600 aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland kommen. Von den 7000 gewaltbereiten Personen im Umfeld des deutschen Profi-Fußballs sollen 2700 vornehmlich in der Rhein-Ruhr-Region beheimatet sein.
Am Dienstag teilte der Bundesgrenzschutz (BGS) in Kleve auf einer Pressekonferenz mit, dass an den Grenzen zu den Niederlanden und Belgien 1500 Beamte zum Einsatz kämen. Die verstärkten Grenzkontrollen wurden bereits aufgenommen. Mit scharfen Maßnahmen rund um die Uhr wollen deutsche, belgische und niederländische Grenzschützer Hooligans an den NRW-Grenzen zwischen Gronau im Norden bis Schleiden in der Eifel abfangen.
Kontrollstellen wurden seit Montag eingerichtet und nachgebessert. Vor dem Spiel der DFB-Elf gegen Rumänien in Lüttich am Pfingstmontag (12. Juni) müssen Autofahrer zum Wochenende an allen Grenzübergängen mit scharfen Kontrollen und Verkehrsbehinderungen rechnen. Der BGS teilte mit, beim Pfingst-Reiseverkehr auf Grund der Kontrollmaßnahmen seien mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. BGS-Beamte führen bei jedem Autofahrer zumindest eine Gesichtskontrolle durch. Der Verkehr werde zum Schritttempo verlangsamt. Lkw-Fahrer müssen in kritischen Zeiten mit einer Inspizierung ihrer Anhänger rechnen. Auch Fahrgäste in Zügen nach Belgien und in die Niederlande seien ab Köln, Duisburg und Oberhausen von Kontrollen betroffen. Allein beim Bundesgrenzschutz Aachen wird die Zahl der Einsatzkräfte auf 160 während der Fußball-EM verdoppelt.