Hooligans Englands Aus - "Europa atmet auf"
Brüssel/Den Haag - Die Organisatoren der Fußball-Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden hoffen nach dem Ausscheiden von England auf eine weitgehend friedliche EM-Endrunde. "Wir müssten lügen, wenn wir sagen sollten, dass wir nicht erleichtert sind", sagte ein Sprecher der Euro 2000.
"Eine Sorge weniger", kommentierte Peter van Zunderd, der Beauftragte der niederländischen Regierung für die EM. Allerdings bleiben die Sicherheitsvorkehrungen in den beiden Ausrichterländern auch nach der Heimkehr der englischen Hooligans in Kraft. Die bis dato verschärften Kontrollen an den Grenzen Deutschlands zu den Niederlanden und Belgien sollen etwas gemildert werden. Am Dienstag hatten noch einmal 2000 Beamte des Bundesgrenzschutzes (BGS) Ausreisende kontrolliert. Es habe "keine nennenswerte Zwischenfälle" gegeben. Seit Beginn des Einsatzes am 5. Juni sind nach BGS-Angaben etwa 266.000 Personen kontrolliert worden. Dabei gab es 198 Fahndungserfolge. 103 registrierte "Gewalttäter Sport" seien erkannt, 158 mutmaßliche Hooligans zurückgewiesen worden.
In Rotterdam war es nach dem Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal ruhig geblieben. Am Tag hatte die Polizei 44 Personen vorübergehend festgenommen, überwiegend Niederländer. Einige hatten sich als portugiesische Fans verkleidet und auf die Chance von Zusammenstößen mit Deutschen gewartet. Die belgischen Behörden zogen ebenfalls eine positive Bilanz nach dem Spiel Englands gegen Rumänien in Charleroi. Auch hier gab es 44 vorübergehende Festnahmen. In der Nacht brachten 45 Busse rund 1800 englische Fans nach Brüssel. Diese Personen mussten einen Hotel-Nachweis oder andere Dokumente vorweisen, um in die Hauptstadt zu gelangen. Aus Charleroi kommende Züge hielten nicht in Brüssel.
Uefa-Direktor Guido Tognoni verwies auf den Erfolg des Uefa-Ultimatums gegen England. Die Androhung des Ausschlusses habe mit dazu beigetragen, dass Ausschreitungen ausgeblieben sind. "Wir lassen dieses Turnier nicht durch im Abseits stehende Gruppen kaputt machen." Die Euro 2000 solle als "Fußball-Fest" fortgeführt werden. Der "Daily Express" schrieb am Mittwoch: "Als England ausscheidet, atmet der Rest Europas auf."