HSV: Calhanoglu attackiert Sportchef Kreuzer - DER SPIEGEL
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Umstrittener Wechsel nach Leverkusen Calhanoglu attackiert HSV-Sportchef Kreuzer

Ex-HSV-Talent Hakan Calhanoglu sieht sich ungerecht behandelt. Er wirft Hamburgs Sportchef vor, die Fans getäuscht zu haben. Oliver Kreuzer selbst habe einen Wechsel ins Spiel gebracht.
Calhanoglu (Archivbild): "Ich habe kein schlechtes Gewissen"
Calhanoglu (Archivbild): "Ich habe kein schlechtes Gewissen"

Calhanoglu (Archivbild): "Ich habe kein schlechtes Gewissen"

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images
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Hamburg - Der Streit zwischen Hakan Calhanoglu und seinem Ex-Verein Hamburger SV geht in die nächste Runde: In der "Sport Bild" wehrt sich der 20-Jährige nun gegen Vorwürfe, er habe einen Wechsel zu Bayer Leverkusen forciert: "Ich bin ohne Schuld in die Schusslinie geraten. Ich war immer geradlinig und ehrlich. Ich habe kein schlechtes Gewissen", sagte Calhanoglu.

HSV-Sportchef Oliver Kreuzer hatte Anfang der Woche Calhanoglus Vater die Schuld an dem Streit gegeben: "Das ist nicht der Junge und auch nicht der Berater - das ist der Vater. Er macht Druck, auch auf den Berater", sagte Kreuzer. "Das ist alles beschissen gelaufen."

Calhanoglu hatte erst im Februar seinen Vertrag in Hamburg bis 2018 verlängert. Weil der Mittelfeldspieler nach dem Saisonende immer wieder öffentlich auf einen Abschied gedrängt hatte, verschlechterte sich das Verhältnis zu den Fans massiv. Auf Facebook wurde Calhanoglu hart attackiert, schließlich wurde er von einer Heidelberger Psychologin für vier Wochen krankgeschrieben. Die Krankschreibung wurde am Montag aufgehoben. "Das ist für Hakans Image, aber auch für das der Ärzte nicht gut", sagte Kreuzer. "Wir sind davon ausgegangen, dass er wirklich gesundheitliche Probleme hatte."

Calhanoglu konterte nun und warf der HSV-Führung vor, die Fans über die Hintergründe seines Transfers zum Liga-Rivalen bewusst im Unklaren gelassen zu haben. Laut Calhanoglu stammte die Idee eines Wechsels von Kreuzer: "Er selbst ist im April auf meinen Berater zugegangen und meinte, dass sich der HSV einen Verkauf vorstellen kann."

"Den Ärger der Fans kann ich verstehen"

Schnell seien Angebote von zwei Top-Klubs aus der Bundesliga gekommen: "Mir war schnell klar, dass ich auf jeden Fall zu Bayer Leverkusen wechseln will." Der Vorstand des HSV habe "persönlich und vor Ort mit dem anderen Top-Klub verhandelt", sagte Calhanoglu: "So viel zum Thema: Hakan ist unverkäuflich. Das sind einfach Märchen."

Erst HSV-Geldgeber Klaus-Michael Kühne habe den Verhandlungen dann einen Riegel vorgeschoben: "Er versprach dem HSV viel Geld - aber nur, wenn ich nicht verkauft werde. Und plötzlich konnte sich Kreuzer an keine mündliche Zusage mehr erinnern."

Mit den HSV-Anhängern sei er wieder im Reinen, sagte Calhanoglu: "Es war immer ein gutes Gefühl, vor diesen Fans einzulaufen. Ihren Ärger kann ich verstehen, aber nicht ihre Wut. Ich kam für zwei Millionen, habe elf Tore geschossen und bin für 15 Millionen gegangen."

cte/sid