HSV - Cottbus 2-1 Gerade noch mal gedreht
Hamburg - Gegen Aufsteiger Energie Cottbus kam der Hamburger SV am Sonntagabend zu einem glücklichen 2:1 (0:1). Vor 39.600 Zuschauern erzielte Aurelius Reghecampf (41.) nach einem schweren Hamburger Abwehrfehler das Führungstor der Gäste. Mit seinem zehnten Saisontreffer glich Sergej Barbarez (72.) aus, Marek Heinz (78.) sorgte nach sechs Niederlagen in Folge für das ersehnte Erfolgserlebnis. "Es war ein Arbeitssieg, aber hoch verdient", zeigte sich HSV-Trainer Frank Pagelsdorf erleichtert.
Drei Tage nach dem Abschied von der europäischen Fußball-Bühne konnte der HSV erneut nicht überzeugen. Der HSV war schwach, Cottbus im Pech. Die Lausitzer bleiben nach dem verpassten ersten Auswärtssieg auf einem Abstiegsplatz und ärgerten sich im Nachhinein über die verpassten Chancen. "Wo wollen wir gewinnen", fragte Stürmer Sebastian Helbig ratlos, "so einfach kriegt man es nicht noch einmal. Alles lief für uns, das war Dummheit und saublöd. Die zwei Gegentore haben wir eigentlich selbst gemacht."
Erste Chance genutzt
Obwohl Trainer Frank Pagelsdorf gegenüber dem 0:3-Debakel im Uefa-Cup gegen den AS Rom seine Mannschaft auf vier Positionen änderte und sogar Neuzugang Tomas Ujfalusi zur Premiere verhalf, knüpften die Gastgeber zunächst nahtlos an die schwachen Leistungen der letzten Spiele an. Der Aufsteiger stand lange Zeit sicher in der Deckung, war gefährlich bei Kontern und dann auch noch nervenstark. Gleich die erste Torchance nutze Reghecampf. Der rumänische Nationalspieler ließ nach einem Pass von Ronny Thielemann dem HSV-Torhüter Hans-Jörg Butt keine Chance. Seine Vorderleute sahen in der Szene alt aus.
"Das zeigt unsere Situation. Wir können keine Tore machen und aus einer Chance kriegen wir ein Tor", meinte Barbarez, der nach der Halbzeit die Wende einleitete. Selbst zwei einhundertprozentige Chancen im Sekundentakt konnte der HSV vor der Pause nicht nutzen. Zunächst scheiterte Marinus Bester mit einem platzierten Kopfball am starken Energie-Torhüter Tomislav Piplica, dann vergab Jan-Nico Hoogma den Abpraller kläglich. Auch nach dem Wechsel scheiterte Yeboah-Ersatz Bester freistehend mit einem Volleyschuss aus zwölf Metern.
Yeboah fehlt in München
Yeboah saß schon zum vierten Mal in Folge auf der Tribüne. "Mit Tony kann ich nicht planen", sagte Pagelsdorf und spielte damit auf den Steuer-Prozess an, der gegen den Ghanaer läuft. Auch bei den beiden Spielen gegen die Bayern am Mittwoch und den TSV 1860 München am Samstag wird er nicht dabei sein. HSV-Chef Werner Hackmann will jetzt sogar in einen neuen Angreifer investieren.
Neben Yeboah saß beim HSV auch Spielmacher Rodolfo Esteban Cardoso nur auf der Tribüne. Der leicht angeschlagene Argentinier soll für die schweren Aufgaben in München bei Bayern und beim TSV 1860 geschont werden.
Beim HSV blieb fast alles Stückwerk, auf den Rängen forderten die Fans "Wir wollen euch kämpfen sehen!" Doch die Gastgeber blieben ideen- und harmlos. Immerhin bewahrte Barbarez die Nerven und Heinz sorgte mit seinem zweiten Saisontor für Versöhnung mit den verärgerten Fans. Beim HSV feierte der 22-jährige Tscheche Ujfalusi, der für 3,1 Millionen Mark aus Olmütz kam, ein ansprechendes Debüt und hatte am Ende auch noch Grund zur Freude.
Von Volker Gundrum, dpa
Hamburger SV - Energie Cottbus 2:1 (0:1)
0:1 Reghecampf (41.)
1:1 Barbarez (72.)
2:1 Heinz (78.)
Hamburg: Butt - Hertzsch, Hoogma, Panadic (64. Präger) - Kovac, Ujfalusi, Töfting - Barbarez - Yilmaz (46. Heinz), Bester, Ketelaer (88. Sandmann).
Cottbus: Piplica - Vata - Sebök, Matyus - Reghecampf, Thielemann (88. McKenna), Akrapovic, Scherbe (85. Franklin) - Miriuta - Kobylanski (77. Micevski), Helbig.
Schiedsrichter: Dr. Wack (Biberbach)
Zuschauer: 39.600
Gelbe Karten: Kovac (4), Hoogma (2) - Matyus (3)