HSV - Frankfurt 2-0 Eintracht zu harmlos
Hamburg - Vor 41.250 Zuschauern im Volksparkstadion erzielten Sergej Barbarez (36.) und Niko Kovac (69.) die Tore. Mit dem Erfolg hält der HSV weiterhin Kontakt zur Tabellenspitze. Die Frankfurter indes fügten ihrer Leidensgeschichte auf fremden Plätzen ein weiteres Trauerkapitel hinzu: Seit nunmehr sieben Monaten sind die Hessen auswärts ohne Sieg.
Auf dem in der dreiwöchigen Heimspielpause für 200.000 Mark eilig verlegten neuen Rollrasen im Volksparkstadion zeigten die Gastgeber das druckvollere Spiel, ohne damit zunächst größere Wirkung zu erzielen. "Spielerisch können wir nicht mit dem HSV mithalten. Wir müssen uns über den Kampf Vorteile verschaffen", hatte Trainer Felix Magath vor der Partie angekündigt. Sein Team hielt sich zunächst an die Maßgabe und setzte den Gastgebern vor allem in den Zweikämpfen zu. Mit einem aggressiven Forechecking hatte die Eintracht den HSV aber nur bis zum Seitenwechsel aus dem Konzept gebracht. "Für uns lief es nicht so berauschend. Wir hatten Probleme, nach vorn zu spielen", kommentierte Torschütze Barbarez die erste Halbzeit. Der Bosnier, der im offensiven Mittelfeld eingesetzt wurde, kam zunächst mit seinem Sonderbewacher Alexander Schur gar nicht zurecht.
Dennoch hatten die Hamburger, die nach ihrer vorsichtigen Spielweise im Champions-League-Spiel bei Panathinaikos Athen (0:0) nun wieder mit drei Stürmern (Heinz, Yeboah, Präger) operierten, die besseren Torgelegenheiten. Zunächst verzog Anthony Yeboah den Ball per Kopf zwei Mal (5., 24.), dann fand auch Marek Heinz mit einem Kopfball nicht das Ziel (31.). Die dritte Kopfballchance ließ sich Babarez allerdings nicht entgehen: Bernd Hollerbach flankte und der Bosnier katapultierte den Ball aus Nahdistanz ins linke Eck und traf damit zum achten Mal in dieser Saison.
Auch der Familienausflug der kompletten Frankfurter Mannschaft mit den Spieler-Ehefrauen in ein Hamburger Romatik-Hotel zeitigte bei den auswärtsschwachen Hessen keinen Erfolg."Ich bin gern in Hamburg. Ich mag diese Stadt", sagte Eintracht-Trainer Felix Magath, der seine erfolgreichste Zeit als Profi beim HSV verbracht hatte und später bei den Hanseaten als Trainer tätig war. "Aber der HSV war zu stark für uns. Wir waren klar unterlegen."
Das giftige Zweikampfverhalten konnten die Frankfurter in der zweiten Halbzeit nicht mehr durchhalten. Stattdessen präsentierten sich nunmehr die Hamburger aggressiver und hatten mit dem erstarkten Yeboah erneut eine Chance (52.), doch der Kopfball verfehlte knapp das von Dirk Heinen gehütete Eintracht-Tor. Nach einem Eckball des eingewechselten Marcel Ketelaer war Niko Kovac zur Stelle und erzielte das 2:0 - natürlich mit dem Kopf. "In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel klar bestimmt und verdient gewonnen", sagte HSV-Trainer Frank Pagelsdorf. "Das war ein gutes Zeichen für die Zukunft."
Von Volker Gundrum, dpa