HSV: Rückschlag gegen Ulm - DER SPIEGEL
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HSV Rückschlag gegen Ulm

Ausgerechnet gegen die auswärtsschwachen Ulmer hat der Hamburger SV sein erstes Heimspiel seit einem Jahr verloren. Durch die 1:2-Niederlage verlor der HSV den Anschluss an die Tabellenspitze.
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Hamburg - Vor 29.100 Zuschauern im Volkspark erzielten Rainer Scharinger (35.) und Bernd Maier (65.) die Treffer zum verdienten zweiten Auswärtssieg des SSV Ulm in der Bundesliga. Der Anschlusstreffter von Geburtstagskind Thomas Gravesen (90.) konnte die erste Heimniederlage des HSV in seiner neuen Arena nicht verhindern. Nach dem 0:2 gegen Bayern München am 13. März 1999 waren die Hamburger in 16 Pflichtspielen zu Hause unbesiegt geblieben.

Bei trister Witterung verschlief das Team von Trainer Frank Pagelsdorf vor allem die erste Halbzeit mit einer sehr laxen Einstellung total. Nach dem Wechsel intensivierte der HSV zwar seine Bemühungen, fand gegen die kompakten Gäste aber kein Rezept. Und Torwart Philipp Laux war bei den wenigen Torgelegenheiten der Hausherren auf dem Posten. Darüberhinaus sorgte das gekonnte Konterspiel des Neulings immer wieder für Gefahr.

Sehr negativ machte sich das Fehlen des verletzten Torjägers Anthony Yeboah (neun Saisontreffer) bemerkbar. Mit dem Ghanaer fehlte eine wichtige Anspielstation. Weder Vahid Hashemian vor der Pause noch Karsten Bäron nach dem Wechsel konnten den HSV-Torjäger ersetzen. Der nach fast halbjähriger Verletzungspause ins Hamburger Team zurückgekehrte Martin Groth konnte seiner Mannschaft ebenfalls keine Impulse geben. Das Flügelspiel der Hanseaten lahmte - Ulm stellte die Räume gut zu. Die Folge waren viele Fehlpässe des hohen Favoriten.

In der 35. Minute wurde das Pagelsdorf-Team zum ersten Mal klassisch ausgekontert. Torwart Laux hatte nach einem Freistoß des diesmal schwachen Rodolfo Esteban Cardoso per Faust gerade geklärt, als Janusz Gora im schnellen Gegenzug Scharinger mustergültig bediente. Dieser hatte viel Platz und ließ auch Torwart Hans-Jörg Butt keine Chance. Das 0:2 bot eine Parallele: Beim nicht sonderlichen scharfen Schuss von Maier von der Strafraumgrenze schien auch Butt indisponiert. Roy Präger (42./44.) sowie dreimal Bäron (50./62./69.) vergaben die klarsten Möglichkeiten des einfallslos agierenden HSV.

Auf der Gegenseite hatte Gora (54.) für die taktisch von Trainer Martin Andermatt hervorragend eingestellten Ulmer noch eine gute Gelegenheit. Mit dem Sieg in Hamburg hat der SSV Ulm aus den letzten zehn Spielen beachtliche 20 Punkte geholt und entfernt sich damit immer mehr aus der Abstiegsregion. Das Hamburger Publikum quittierte die desolate Vorstellung seiner Mannschaft teils mit Pfiffen und teils mit vorzeitigem Gehen.