Interview mit Gerd Niebaum: "Langsam platzt mir der Kragen" - DER SPIEGEL
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Interview mit Gerd Niebaum "Langsam platzt mir der Kragen"

Nach dem Debakel in Leverkusen und der verlorenen Tabellenführung war die Wehklage bei Borussia Dortmund groß. Insbesondere BVB-Präsident Gerd Niebaum suchte die Schuld an der Pleite bei allen anderen, nur nicht bei seiner Mannschaft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Herr Dr. Niebaum, Borussia Dortmund hat durch eine 0:4-Niederlage bei Bayer Leverkusen die Tabellenführung verloren. Wie lautet ihr Fazit nach den 90 Minuten?

Gerd Niebaum:

Leverkusen hat verdient gewonnen. Es war die aggressivere Mannschaft. Allerdings ist es recht unglücklich für uns gelaufen.

Was meinen Sie genau?

Niebaum: Zunächst wurde uns ein reguläres Tor von Ewerthon nicht anerkannt, dann auch noch die Gelb-rote Karte für Jan Koller, wo die Verhältnismäßigkeit nicht stimmt. Aber so ist das: Wir werden benachteiligt, wenn ich nur an die fünfte Gelbe Karte für Tomas Rosicky im Spiel gegen Schalke denke, und andere reißen den Mund auf.

Sie meinen die Beschwerden der Leverkusener nach dem dubiosen Handelfmeter vor einer Woche beim FC St. Pauli.

Niebaum: So langsam platzt mir wirklich der Kragen. Ich habe das Gefühl: Frechheit siegt. Man muss nur laut genug jammern.

Dennoch darf eine Spitzenmannschaft nicht so kapitulieren.

Niebaum: Mit dem Schiedsrichter, das sollen alles keine Ausreden sein, aber es ist ärgerlich. Ich wusste, wenn wir das 0:2 kassieren, ist das Spiel gelaufen. Wir haben nicht zwingend genug agiert und Schwächen gezeigt, die man sonst nicht von der Mannschaft kennt.

Befürchten Sie Folgeschäden im Kampf um den Titel?

Niebaum: Nein. Wir sind noch voll im Rennen. Wir haben jetzt zwei Heimspiele gegen St. Pauli und Gladbach vor der Brust. Wenn wir die gewinnen, sind wir voll auf Kurs. Und da ist ja auch noch der Uefa-Pokal. Da wollen wir gegen Lille am Donnerstag eine Runde weiterkommen.

Haben Sie in Leverkusen dennoch nicht wichtige Punkte verpasst?

Niebaum: Man kann auch ohne die sogenannten Big Pionts Meister werden. Die Ausgangsposition ist weiterhin gut. Und ich bin weiterhin davon überzeugt, dass wir das Zeug dazu haben, den Titel zu holen.

Interview: Günter Bork, sid