Interview mit Hiddink "Nach der WM ist Schluss"
Herr Hiddink, Sie stehen mit Südkorea im
WM-Halbfinale. Was fühlen Sie sich nach diesem historischen Triumph?
Hiddink: Ich kann meine Gefühle kaum beschreiben. Ich bin
einfach nur stolz auf meine Jungs. Wir haben uns schon wieder einen
Traum erfüllt. Jetzt wird Sekt getrunken und gefeiert.
Wie bewerten Sie das Spiel Ihrer Mannschaft gegen
Spanien?
Hiddink: Die Partie ist von beiden Seiten eher defensiv
geführt worden. Ich denke, die Spielanteile waren in etwa
ausgeglichen. Insofern war das Elfmeterschießen gerecht. Bei den
Elfern hatten wir das Glück auf unserer Seite. Aber jetzt zählt
nur, dass wir es geschafft haben. Wir haben Großes erreicht.
Wie schon nach dem Achtelfinale gegen Italien, standen
die Schiedsrichter in der Kritik. Wie haben Sie die Leistung der
Unparteiischen gesehen?
Hiddink: Ehrlich, ich kann die Kritik nicht nachvollziehen.
Bei dem Tor von Fernando Morientes in der Nachspielzeit hatten wir
schon aufgehört zu verteidigen. Sonst wäre der Ball gar nicht ins
Tor gegangen. Egal, ob der Ball zuvor im Tor-Aus war oder nicht:
Der Schiedsrichter hat eine Flanke abgepfiffen und kein Tor. Das
ist ein großer Unterschied.
Am Dienstag im Halbfinale wartet in Deutschland der
dreimalige Weltmeister. Mit welchen Aussichten gehen Sie in die
Partie?
Hiddink: Die Deutschen sind wie immer in einem Turnier
gewachsen. Sie haben eine clevere Mannschaft, die aus wenigen
Chancen Tore erzielt. Wir müssen höllisch aufpassen. Zudem haben
wir einen Tag weniger Zeit, um uns zu erholen. Aber wir sind jetzt
so weit gekommen und können ganz befreit aufspielen. Wir haben
nichts mehr zu verlieren.
Können Sie schon definitiv sagen, wie Ihre sportliche
Zukunft nach der WM aussehen wird, der PSV Eindhoven ist sehr an
einer Verpflichtung interessiert?
Hiddink: Die Gerüchte sind wahr. Mein Vertrag mit dem
südkoreanischen Verband läuft aus. Nach der WM ist Schluss. Ich
habe den Spielern alle Erfahrung mitgegeben, die ich habe. Was ich
danach mache, steht noch nicht fest.
aufgezeichnet von Holger Luhmann, sid