Interview mit Paloma-Keeper: "Ich werde besser als Klose sein" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Interview mit Paloma-Keeper "Ich werde besser als Klose sein"

Paloma Hamburg ist der klassenniedrigste Club im DFB-Pokal. Am Sonntag trifft der Fünftligist auf den 1. FC Kaiserslautern. USC-Keeper Dennis Dowideit gibt sich im Interview mit SPIEGEL ONLINE dennoch gelassen. Er fürchte auch WM-Goalgetter Miroslav Klose nicht, bekennt der 21-Jährige.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL ONLINE:

Herr Dowideit, wieviele Baldriantabletten sind notwendig, um die Aufregung einigermaßen im Griff zu haben?

Dennis Dowideit: Gar keine. Als das Los Kaiserslautern gezogen wurde, war ich überhaupt nicht aufgeregt. Seit Mittwoch grummelt es aber schon im Bauch. Und es wird immer schlimmer. Seitdem kann ich auch nicht mehr gut schlafen. Ich denke immer daran, keine Fehler zu machen und den Kasten sauber zu halten.

SPIEGEL ONLINE: Träumen Sie schon von der Begegnung am Sonntag um 17 Uhr im Hamburger Millerntorstadion, wo sonst der Zweitligist FC St. Pauli spielt?

Dowideit: Ich träume davon, dass wir gewinnen. Natürlich kann es sein, dass wir 0:10 verlieren, aber daran glaube ich nicht. In meiner Firma tippen die Kollegen sogar auf 20:0 für Kaiserslautern. Ich habe aber schon Wetten abgeschlossen, dass es unter 0:4 bleibt. Mein Traum ist, dass es nach 120 Minuten 0:0 steht und ich im Elfmeterschießen drei Dinger halte. So wird es auch kommen. Wir gewinnen nach Elfmeterschießen.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie vor dem "Spiel der Spiele" von ihrem Chef frei bekommen?

Dowideit: Ich muss noch bis Freitag arbeiten. Meine Kollegen machen aber alles dafür, dass ich mich nicht mehr verletze und nehmen mir die schwere Arbeit ab.

SPIEGEL ONLINE: Bei Lautern spielt der beste deutsche WM-Torschütze Miroslav Klose. Wie wollen Sie zusammen mit Ihren Vorderleuten verhindern, dass der Goalgetter wieder zuschlägt?

Dowideit: In der Bundesliga hat Klose erst ein Tor erzielt. Gegen mich wird er gar keines machen. Er mag ja ganz gut kicken, aber ich werde besser sein.

SPIEGEL ONLINE: Das Plakat zum Spiel ist recht mutig. Eine weiße Taube kleckert einen roten Teufel voll. Wie finden Sie das Plakat?

Dowideit: So extrem hätte ich das Plakat nicht gemacht. Es ist vielleicht ein bisschen zu hart, dass die Taube auf den Teufel draufmacht. Insgesamt finde ich es aber okay.

SPIEGEL ONLINE: Glauben Sie, dass Sie wirklich eine Chance gegen den angeschlagenen Bundesligisten haben?

Dowideit: Die kennen uns nicht und sind in einer schwierigen Phase. Die Lauterer müssen auf jeden Fall etwas tun, um uns zu schlagen. Wenn sie sich nicht zusammenreißen, haben wir eine Chance. Wir müssen lange ein 0:0 halten. Macht Lautern allerdings nach fünf Minuten ein Tor, könnte es ein Schützenfest werden.


SPIEGEL ONLINE: Mit Andreas Brehme war ja ein Barmbeker Jung, wie Sie auch einer sind, Trainer beim FCK. Bedauern Sie, dass er am Sonntag nicht auf der Bank sitzen wird?

Dowideit: Ja. Am letzten Spieltag der vergangenen Saison haben wir gegen Croatia Hamburg gespielt. Die Mannschaft wurde von Andy Brehmes Vater Bernd trainiert und musste gewinnen, um nicht abzusteigen. Wir siegten 1:0 und Vater Brehme wurde entlassen. Jetzt wollten wir mit einem Sieg gegen den FCK auch Andy Brehme stürzen. Aber leider ist uns die Lauterer Vereinsführung mit der Entlassung zuvorgekommen.


Die Fragen stellte Markus Meyer