Interview mit Robert Huth: "Man muss sich durchbeißen" - DER SPIEGEL
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Interview mit Robert Huth "Man muss sich durchbeißen"

Mit seinem Wechsel zum FC Chelsea erfüllte sich Robert Huth einen Traum. Beim Londoner Club fühlt sich der deutsche Nationalspieler noch immer wohl, obwohl er nur sporadisch zum Einsatz kommt. Er könne von den vielen Spitzenkräften dort einiges lernen und glaube weiterhin an seine Chance, sagt Huth.
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Frage:

Herr Huth, von den drei deutschen Spielern in der Premier League haben Sie derzeit den schwersten Stand. Ihr Club, der FC Chelsea, ist gespickt mit etlichen Weltklassespielern. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

Huth: Bei Chelsea ist in der Tat jede Position mehrfach mit Stars besetzt und der Konkurrenzkampf groß. Aber wenn ich keine Chance sehen würde, mich hier durchzusetzen, wäre ich nicht mehr hier.

Frage: Sie sind seit ihrem 16. Lebensjahr in London. Ihr Wechsel von Union Berlin nach London löste in Deutschland Verwunderung aus. Ein Junge aus Marzahn wechselt zum Weltclub.

Huth: Für mich war sofort klar, dass ich das Angebot annehme. Und es war die richtige Entscheidung. Die Jahre bei Chelsea waren sehr lehrreich, voller wertvoller Erfahrungen. Ich hatte die Chance, auf internationalem Niveau zu trainieren und zu spielen.

Frage: Die Nachwuchsförderung bei Chelsea gilt als herausragend. Können Sie dies bestätigen?

Huth: Uneingeschränkt. So groß der Club auch ist und so viele Weltstars inzwischen hier spielen, so intensiv kümmert sich der Verein um den Nachwuchs und so kurz sind die Wege zwischen den Verantwortlichen und den Teams. Andererseits liegt es auch an jedem selbst.

Frage: Von Ihnen heißt es, Sie seien für Ihr Alter unglaublich konzentriert auf den Fußball und sehr gewissenhaft bei der Sache.

Huth: Es wird einem auch bei Chelsea nichts geschenkt, man muss sich durchbeißen. Das geht nur mit voller Konzentration.

Frage: Sie haben mit 18 Jahren in der Premier League debütiert. Damals gaben Sie zu Protokoll, sehr nervös gewesen zu sein. Sind Sie immer noch so unruhig vor den Begegnungen?

Huth: Nein, das hat sich gelegt. Inzwischen freue ich mich auf jedes Spiel. Und das ist es auch, was ich mit den wertvollen Erfahrungen meine. Junge Spieler werden hier ins eiskalte Wasser geworfen, ohne dass man sich vorher Gedanken macht, ob der Junge das auch psychisch verkraftet.

Das Interview führten Philipp Köster und Trevor Wilson