Interview mit Roy Präger: "Effenberg kann gerne der Leitwolf sein" - DER SPIEGEL
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Interview mit Roy Präger "Effenberg kann gerne der Leitwolf sein"

Nach drei Jahren in Hamburg ist Roy Präger diesen Sommer zum VfL Wolfsburg zurückgekehrt. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE verrät der Stürmer, was ihn zurückgezogen hat und wie die Mannschaft auf die Verpflichtung von Stefan Effenberg reagiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL ONLINE:

Herr Präger, was hat sie dazu bewogen, nach Wolfsburg zu wechseln?

Roy Präger: Ich wollte noch einmal an meine alte Wirkungsstätte zurückkehren. Die Entscheidung ging aber nicht gegen den HSV. Man hat in Wolfsburg einfach mehr Ruhe und kann sich besser auf seine Arbeit konzentrieren. Zudem fühlt sich meine Familie in Wolfsburg sehr wohl.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie keine Angst in der Fußball-Provinz vergessen zu werden?

Präger: Was das Fußballerische angeht, sehe ich den VfL Wolfsburg auf der gleichen Stufe wie den HSV. Beide kämpfen um einen Platz im internationalen Geschäft. Sicher ist Hamburg eine schöne Stadt, aber auch Wolfsburg hat seine netten Ecken.

SPIEGEL ONLINE: Welche sportlichen Perspektiven sehen Sie für sich beim VfL?

Präger: Für mich ist wichtig, dass der Verein erfolgreich ist. Sicher möchte ich auch selbst viele Tore schießen. Es wird zwar schwer, wieder in die Mannschaft reinzukommen, aber ich denke, dass ich hier durchaus eine Chance habe. Die werde ich nutzen.

SPIEGEL ONLINE: Wie lange werden Sie noch spielen?

Präger: Solange die Knochen halten. Mein Vertrag in Wolfsburg läuft noch drei Jahre. Danach sehen wir weiter.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben gesagt, dass für Sie die Teilnahme an der Champions League mit dem HSV eines der schönsten Erlebnisse überhaupt war. Sind solche Erfolge auch mit Wolfsburg möglich?

Präger: Wir werden alles tun, um im nächsten Jahr international dabei zu sein. Es ist ein Traum für mich, in der neuen Volkswagen-Arena gegen europäische Gegner zu spielen. Ich werde alles tun, damit dieser Traum wahr wird.

SPIEGEL ONLINE: Finden sie nicht, dass Wolfsburg ein langweiliger Club ist?

Präger: Überhaupt nicht, hier geht die Post ab.

SPIEGEL ONLINE: Wie haben sie den Medienrummel um die Verpflichtung von Stefan Effenberg miterlebt?

Präger: Ich kenne den Trubel ja nun schon aus Hamburg, es war also für mich nichts vollkommen Neues. Es ist doch ganz normal, dass wenn ein großer Spieler kommt, eine Menge los ist.

SPIEGEL ONLINE: Wie wurde Stefan Effenberg in der Mannschaft aufgenommen?

Präger: Genauso positiv wie jeder hier empfangen wird. Er hat sich ganz normal vorgestellt. Alles also keine so große Sache.

SPIEGEL ONLINE: Denken Sie, dass Stefan Effenberg dem Verein sportlich weiterhelfen wird?

Präger: Wir haben zwar bisher nur zusammen trainiert, aber man kann schon jetzt sehen, dass er eine Führungsrolle übernimmt und sich richtig reinhängt. Er ist auf jeden Fall eine Riesenverstärkung. Daran glaube ich fest.

SPIEGEL ONLINE: Steht die Mannschaft jetzt stärker unter Druck?

Präger: Druck hast du in der Bundesliga immer. Jeder will und muss sich täglich beweisen. Für mich ist der Druck durch den Wechsel von Stefan Effenberg zum VfL nicht größer geworden.

SPIEGEL ONLINE: Ist es nicht frustrierend für die Mannschaft, plötzlich einen Leitwolf vorgesetzt zu bekommen, nach dem man sich richten muss?

Präger: Auf keinen Fall. Jeder kann sich an Stefan Effenberg hochziehen. Wenn er seine Leistung bringt, wird er von uns auch anerkannt. Dann kann er von mir aus gerne der Leitwolf sein.

SPIEGEL ONLINE: Denken sie, dass Wolfsburg mit diesem Transfer in die richtige Richtung geht?

Präger: Der VfL ist nach oben offen. Mit unserem neuen Logo beginnen wir eine neues Kapitel in der Vereinsgeschichte. Etwas besseres als der Wechsel von Stefan Effenberg hätte uns gar nicht passieren können.

SPIEGEL ONLINE: Sie glauben also nicht, dass die Riesenaufregung die Mannschaft bei ihrer Arbeit stört?

Präger: Der Rummel wird schon wieder abflauen. Wenn sich das Ganze etwas gelegt hat, können wir wieder in Ruhe unsere Arbeit machen.


Das Interview führte Johannes Korge

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