Italien Demo gegen Gewalt
Rom - Die Profis von Inter Mailand waren nur knapp einer Katastrophe entkommen. Als sie in der vergangenen Woche am heimischen Stadion vorfuhren, warfen Unbekannte einen Molotow-Cocktail gegen den Mannschaftsbus. Die Fußballer hatten Glück im Unglück: Die Scheiben hielten dem Aufprall des Cocktails stand. "Das war ein Mordversuch", kommentierte Inter-Trainer Marco Tardelli den Brandanschlag hinterher.
"Wir demonstrieren für das Recht zu verlieren"
Der Vorfall am Inter-Stadion war der negative Höhepunkt einer Serie von gewalttätigen Ausschreitungen gegen italienische Fußballspieler. Nun wollen die Profis gegen die
eskalierende Gewalt demonstrieren. Am kommenden
Wochenende werden alle Spiele der 1. und 2. Liga mit 15
Minuten Verspätung angepfiffen. Vor den Spielen werden die Kapitäne
der Mannschaften einen gemeinsamen Aufruf an die Fans verlesen.
"Wir demonstrieren für das Recht zu verlieren", sagte Liga-Präsident
Franco Carraro. "Die Ausschreitungen sind inakzeptabel. Damit muss endgültig Schluss sein."
Schon in den Wochen vor dem Brandanschlag auf den Inter-Bus war es immer wieder zu Zwischenfällen gekommen, bei denen aufgebrachte Fans versucht hatten, Fußballspieler anzugreifen. So wurden zwei Spieler des Zweitligisten Pescara mitten in der Nacht aus ihren Träumen gerissen, weil Unbekannte Feuerwerkskörper gegen ihre Häuser warfen. Pescara hatte kurz zuvor mit 0:3 verloren.