Jens Jeremies: EM in Gefahr - DER SPIEGEL
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Jens Jeremies EM in Gefahr

Nach dem Abgang von Lothar Matthäus war Jens Jeremies bei Bayern München als großer Hoffnungsträger gehandelt worden - doch acht Wochen später ist der Nationalspieler zum "Pflegefall" des deutschen Fußballs avanciert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Jens Jeremies steht derzeit in Disharmonie mit den Fußballgöttern. Erst hatte der defensive Mittelfeldstratege mit seiner Kritik an Erich Ribbeck viel Wirbel in DFB-Kreisen verursacht, dann mit zwei fatalen Eigentoren für Aufsehen gesorgt - und nun erlitt der Mittelfeldspieler beim Halbfinal-Aus der Bayern in der Champions League gegen Real Madrid zu allem Überfluss auch noch einen Bruch des rechtes Schlüsselbeins.

Am Mittwoch wurde dem 26-Jährigen im Münchner Klinikum Bogenhausen bei einer Operation eine Platte eingesetzt. Wenigstens konnte Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit einer positiven Nachricht aufwarten: "Er kann in zehn bis 14 Tagen mit dem Lauftraining beginnen und in drei Wochen wieder spielen. Aus ärztlicher Sicht ist die EM nicht in Gefahr. Letztendlich ist es aber die Entscheidung von Erich Ribbeck."

Der Teamchef will jedoch erst einmal abwarten. "Ich kann im Moment noch keine Prognose abgeben. Man muss erst einmal sehen, wie der Heilungsprozess verläuft", sagte Ribbeck am Mittwoch, nachdem ihn die Verletzung von Jeremies am Abend zuvor noch geschockt hatte: "Das Schlimmste für mich ist die Verletzung von Jens. Das ist ein harter Schlag. Ich glaube, dass das mit der EM nichts mehr wird."

Knapp wird es für den zuletzt in der DFB-Auswahl gegen die Schweiz suspendierten Jeremies, der sich mit Ribbeck erst am Samstag nach dem DFB-Pokalfinale in Berlin ausgesprochen hatte, allemal. Zumal der Teamchef bereits am 22. Mai nach dem letzten Bundesliga-Spieltag (20. Mai) sein 22-köpfiges EM-Aufgebot benennen wird. Am 26. Mai startet der Europameister dann mit der Vorbereitung das Unternehmen Titelverteidigung.

"Wenn es einmal hart auf hart kommt, dann kommt es meistens ganz hart", hatte Jeremies zuletzt erst festgestellt. Dass es sogar noch härter kommen würde, hätte er dabei wohl nicht gedacht. Bei einem Zweikampf mit Real-Torjäger Nicolas Anelka zog sich der 22-malige Nationalspieler die schwere Verletzung zu und fällt damit für den Meisterschafts-Endspurt mit den zwei Spielen in Bielefeld und gegen Bremen aus.