Jérôme Champagne will Fifa-Präsident werden - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kandidatur angekündigt Champagne will Fifa-Präsident werden

Bei der Wahl zum neuen Präsidenten des Fußball-Weltverbandes gibt es einen ersten Kandidaten: Jérôme Champagne möchte Joseph Blatter beerben. Der Franzose plant, die Fifa zu demokratisieren: "Ich habe mich entschieden zu handeln."
Jérôme Champagne: Blatter-Vertrauter will Blatter-Nachfolger werden
Jérôme Champagne: Blatter-Vertrauter will Blatter-Nachfolger werden

Jérôme Champagne: Blatter-Vertrauter will Blatter-Nachfolger werden

Foto: Szilard Koszticsak/ AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der Franzose Jérôme Champagne hat seine Kandidatur für das Präsidentenamt beim Fußball-Weltverband angekündigt. Der ehemalige Fifa-Funktionär und Vertraute von Amtsinhaber Joseph Blatter will im Mai 2015 Nachfolger des Schweizers werden.

"Wir können so nicht weitermachen. Man muss sich entscheiden, entweder nur zuzuschauen oder etwas zu tun. Ich habe mich entschieden zu handeln", sagte der 55-Jährige der Nachrichtenagentur dpa und kündigte eine "Demokratisierung der Fifa" an.

Von Blatter und dem erwarteten Herausforderer Michel Platini fehlt noch eine definitive Aussage über eine Kandidatur. Blatter will sich rund um den Fifa-Kongress im Juni in São Paulo äußern. Realistische Chancen dürfte der 55 Jahre alte Diplomat Champagne nur haben, wenn Blatter nicht kandidieren sollte.

Das ist Jérôme Champagne

Geboren
15. Juni 1958 in Paris
Wohnort
Zürich
Beruf
Diplomat im französischen Dienst (u.a. in Brasilien, Oman, USA) - Politischer Berater (u.a. für die Fußballverbände von Palästina, Kosovo)
Fifa-Tätigkeiten
1999-2010 u.a. Direktor für Internationale Beziehungen

Uefa-Chef Platini hatte nach anhaltenden Gerüchten im Herbst entschieden, erst nach der WM über eine Präsidentschaftskandidatur zu befinden. Die von Platini unterstützte, sonst aber heftig kritisierte WM 2022 in Katar bezeichnete Champagne als "philosophisches und moralisches Problem". Eine Lösung hat er aber nicht parat: "Wir müssen abwarten. Wenn es nichts Schlechtes gab, dann müssen wir mit ruhigem Gewissen nach Katar gehen. Falls nicht, müssen Entscheidungen getroffen werden."

Champagne arbeitete von 1999 bis 2010 bei der Fifa unter anderem als Direktor für internationale Angelegenheiten und galt lange Zeit als rechte Hand Blatters. Unterstützt wird der erfahrene politische Berater von Pelé: "Ich kann mich aus einer Debatte, die so wichtig für die Zukunft des Fußballs ist, nicht heraushalten, ich unterstütze Jérôme Champagne und seine Vision", heißt es in einem Unterstützerbrief der brasilianischen Fußball-Legende.

chp/dpa