Josep Guardiola: "Ich bin kein Super-Super-Trainer" - DER SPIEGEL
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Bayern-Coach Guardiola "Ich bin kein Super-Super-Trainer"

Bayerns Startrainer Josep Guardiola ist offenbar in der Realität angekommen. Nach dem Pokalspiel gegen Viertligist Rehden beklagt der Spanier den enormen Druck, der mit seinem Amt verbunden ist - und wirbt um Nachsicht mit seinen Fehlern.
Startrainer Guardiola: Spürt den Druck in München
Startrainer Guardiola: Spürt den Druck in München

Startrainer Guardiola: Spürt den Druck in München

Foto: FABIAN BIMMER/ REUTERS
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Hamburg - Josep Guardiola gilt als einer der besten Fußballlehrer der Welt. Mit dem FC Barcelona gewann er zweimal die Champions League, dreimal die spanische Meisterschaft, er wurde Club-Weltmeister und Trainer des Jahres. Dass dieser Mann und der deutsche Rekordmeister FC Bayern München sich gegenseitig in noch höhere Höhen tragen würden, schien zum Amtsantritt des Spaniers ausgemacht. Zumindest für alle Unbeteiligten.

Guardiola hingegen wird der Rummel um seine Person und seine Arbeit schon jetzt zu viel, dabei hat die Bundesliga-Saison noch nicht einmal begonnen. Nach dem Pokalspiel gegen Schwarz-Weiß Rehden sagte der 42-Jährige: "Wir sollen jedes Spiel sieben oder acht zu null gewinnen. Das ist unmöglich." Mit 5:0 (2:0) hatte der FC Bayern den Viertligisten gerade aus dem Wettbewerb geworfen.

"Ich weiß, in welchem Verein ich bin, das ist nicht einfach. Du musst immer gewinnen. Die ganzen Leute wollen immer mehr, mehr, mehr", sagte Guardiola. Spätestens seit der Supercup-Niederlage gegen Borussia Dortmund wirkt der Trainer noch zurückhaltender als sonst, beinahe schüchtern. Dabei war ihm schon vor seiner Vertragsunterzeichnung klar, was ein Engagement bei Bayern München bedeutet. "Ich muss diesen Druck akzeptieren", sagte der Spanier in Osnabrück - und bat um Nachsicht. Wohl in vorauseilendem Gehorsam, denn noch gab es nicht wirklich Kritik an seiner Person.

"Ich bin nur 42 Jahre"

Was mittlerweile allerdings unbestritten ist: Guardiolas Mannschaft hat es bislang noch nicht geschafft, die Ideen des Trainers gänzlich umzusetzen, zu groß und umfassend sind die taktischen Veränderungen. Das war auch seinem Rehdener Amtskollen Predrag Uzelac nicht entgangen: "Er braucht viel, viel Zeit für seine Ideen", sagte der Kroate: "Ich hoffe, er bekommt die Zeit."

Doch Guardiola hat offenbar das Gefühl, dass ihm genau diese nicht eingeräumt, sondern ein Wunder von ihm erwartet wird: "Ich bin doch ein normaler Trainer, kein Super-Super-Trainer", sagte er. "Ich bin erst sechs, sieben Wochen hier. Ich bin nur 42 Jahre und nur fünf Jahre Trainer."

Vielleicht beruhigt es Guardiola ein wenig, dass ab Freitag, im ganz normalen Alltagsgeschäft, nicht jeder von den Bayern sieben, acht Tore Vorsprung wie in den Testspielen erwartet. Ein Sieg gegen Mönchengladbach (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wäre der Ruhe des Trainers wohl zuträglich.

psk/sid