Justizwunder Daum-Prozess bald zu Ende?
Koblenz - Vor Beginn des 27. Verhandlungstages kamen die Anwälte von Daums Mitangeklagten, die Staatsanwaltschaft und das Gericht zu vertraulichen Gesprächen zusammen. Das Ergebnis bezeichnete der des Kokainmissbrauchs angeklagte Ex-Bundesligatrainer am Dienstagmittag als "sensationell".
Nach Auskunft der Verteidigung einigten sich beide Parteien bei Daums mutmaßlichem Dealer, 40, auf viereinhalb Jahre Haft wegen Drogenhandels. Der zweiten Mitangeklagte, 55, soll wegen Betrugs eine Bewährungsstrafe von 24 Monaten erhalten.
Durch den Deal der Beteiligten, mit dem ein spektakuläres Platzen des Drogenprozesses wegen eines möglicherweise befangenen Richters verhindert werden soll (ein Ersatzrichter war vor Prozessbeginn nicht benannt worden), sind die Chancen erheblich gestiegen, dass auch das Verfahren gegen Daum abgetrennt und anschließend schnell beendet werden kann.
Verhandlungen hinter verschlossenen Türen
Entsprechende Verhandlungen liefen am Dienstagnachmittag in Koblenz - hinter verschlossenen Türen. Daran beteiligt waren neben Daum auch dessen Anwalt Ralph Meyer, die Staatsanwaltschaft und die Große Strafkammer.
"Ob das Verfahren gegen Daum mit einer Geldstrafe beendet werden kann, ist im Moment noch nicht sicher", sagte Michael Hasslacher, einer der vier Verteidiger von Daums Mitangeklagten. Der frühere Coach des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen hofft auf einen Freispruch oder eine Strafe unterhalb von 90 Tagessätzen. Dann würde der 48-Jährige als nicht vorbestraft gelten.