Nach Moggi-Urteil Juventus will aberkannte Titel zurück
Juventus-Team 2005: Moggi fordert Meistertitel zurück
Foto: FILIPPO MONTEFORTE/ AFPHamburg - Nach der Aufhebung der Strafe des früheren Fußball-Funktionärs Luciano Moggi, 77, im Zuge der Aufarbeitung des Wettskandals "Calciopoli" will Juventus Turin die aberkannten Meistertitel von 2005 und 2006 zurück. Der Spitzenreiter der Serie A will demnach vor ein Sport- und Zivilgericht ziehen. Dies berichteten italienische Medien am Donnerstag.
Den Turinern waren die Titel wegen der Machenschaften ihres damaligen Managers Moggi aberkannt worden. Dieser soll mit Hilfe einflussreicher Kontakte zu Schiedsrichter-Koordinatoren und Unparteiischen Ligaspiele zugunsten von Juve manipuliert haben. Dafür wurde er vom Verband lebenslang und Juventus zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt.
Moggi war in erster Instanz zu fünf Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Nach mehreren Berufungsverfahren wurde die Haftzeit zwischenzeitlich reduziert und am vergangenen Dienstag vom obersten Gericht in Rom endgültig aufgehoben.
Unterdessen forderte der italienische Verband (FIGC) strengere Regeln für die finanzielle Sicherheit der Vereine. Verbandschef Carlo Tavecchio hat ein Maßnahmenpaket angekündigt, mit dem schärfere Kontrollen für Investoren eingeführt werden, die bei Profiklubs einsteigen wollen. Demzufolge müssen Unternehmen nachweisen über genügend liquide Mittel zu verfügen, um Spielergehälter bezahlen zu können. Verschuldete Klubs müssen sich verpflichten, ihre Bilanzen in Ordnung zu bringen. "Ein Fall wie Parma darf nie wieder im italienischen Fußball vorkommen", sagte Tavecchio.
Ein Gericht der Stadt Parma hatte den Erstligisten vergangene Woche für insolvent erklärt. Dem dreimaligen Europapokalsieger droht damit ein Neustart in der Amateurliga.