Kaiserslautern: Rehhagels Abschied - DER SPIEGEL
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Kaiserslautern Rehhagels Abschied

Keine 24 Stunden nach dem desolaten 1:1 gegen den FC Energie Cottbus ist Otto Rehhagel von seinem Traineramt zurückgetreten. Damit zog er die Konsequenz aus den dürftigen Leistungen seiner Mannschaft.
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Kaiserslautern - In einem Gespräch mit Vorstandschef und Freund Jürgen Friedrich bat der 62-jährige Trainer um Vertragsauflösung. Der Verein akzeptierte die Entscheidung. Nach dem erneuten spielerischen Offenbarungseid gegen Cottbus und dem Absturz des mit Champions-League-Ambitionen gestarteten FCK in die Abstiegsregion war die vorzeitige Demission erwartet worden. Ein Nachfolger von Rehhagel wurde am Sonntag noch nicht bestimmt. Wahrscheinlich wird vorerst Assistenz-Coach Reinhard Stumpf als Interimsnachfolger die Mannschaft trainieren. Als möglicher neuer Coach wird der beim Zweitligisten 1. FC Saarbrücken tätige Klaus Toppmöller gehandelt, der einst für den 1. FC Kaiserslautern 108 Bundesligatore erzielte.

FCK-Aufsichtsratsmitglied Arnold Neu hatte die Stimmung nach dem peinlichen Auftritt gegen das Schlusslicht zusätzlich angeheizt. "Wir haben in der kommenden Woche eine Sitzung, zu der auch Rehhagel gebeten wird", erklärte Neu. Zudem bestätigte er, dass einige seiner Kollegen bereits bei einem Treffen am letzten Mittwoch eine Trennung von Rehhagel befürwortet hätten. Die Realität überholte das oberste FCK-Kontrollgremium. Friedrich hatte unmittelbar nach dem Spiel kommentarlos den brodelnden Betzenberg verlassen, musste sich aber am Sonntag dem schweren Gespräch mit seinem Freund Rehhagel stellen. Vor der Partie hatte er einen "Verfall der Sitten" in Form von respektlosem Umgang der Öffentlichkeit mit dem Trainer beklagt, dessen Menschenwürde mit Füßen getreten werde.

Dem immer stärker werdende Druck auch aus den eigenen Gremien konnte schließlich auch Friedrich nicht länger widerstehen. In einem Fernseh-Interview hatte der 57-jährige Ex-Profi vor zwei Wochen noch versichert, "bis zur letzten Patrone" um Rehhagel zu kämpfen. Doch der am Betzenberg binnen zwei Jahren vom Meistermacher zum Buhmann avancierte Coach hatte sein Pulver verschossen und keinen Draht zur Mannschaft besessen, die ihren Coach einmal mehr im Stich ließ. Rehhagel machte schon nach dem erneuten Punktverlust auf eigenem Platz einen buchstäblich angegriffenen Eindruck. Bei der Pressekonferenz ließ der 62-Jährige stereotyp "nur Fragen zum Spiel", nicht aber zu seiner Person zu.

Erhellende Antworten, wieso sein Team zum wiederholten Male weit hinter den Erwartungen zurückblieb, blieb Rehhagel einmal mehr schuldig. Hinter der fatalen Verletzungsmisere wollte er sich nicht verstecken. Zwölf Spieler fehlten ihm, darunter die Leistungsträger Youri Djorkaeff, Mario Basler, Murat Yakin und Michael Schjönberg. Trotzdem standen im letzten Aufgebot der Lauterer immerhin noch acht Nationalspieler aus acht Nationen. Eine Einheit bildete die Mannschaft jedoch wieder nicht.

Rehhagel hatte die Pfälzer am 20. Juli 1996 in der Zweiten Liga übernommen und dann 1998 erstmals einen Bundesliga- Aufsteiger sensationell zur Deutschen Meisterschaft geführt. Sein Rücktritt bedeutet den zweiten Trainer-Wechsel der laufenden Saison und der insgesamt 253. in der 38-jährigen Bundesliga-Geschichte. Zuvor hatte sich Hansa Rostock am 7. September von Andreas Zachhuber getrennt und diesen durch Friedhelm Funkel ersetzt.

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