Kamerun Schäfer bleibt König der "Löwen"
Jaunde - Winfried Schäfer, 52, wird in den nächsten Tagen nach Kamerun fliegen, um einen neuen Zweijahresvertrag als Coach der Fußball-Nationalmannschaft zu unterschreiben. "Verbandschef Mohammed Iya hat mir ein Angebot zugefaxt und mitgeteilt, dass wir die Zusammenarbeit fortsetzen sollen. Auch der Sportminister hat zugestimmt. Jetzt unterschreibe ich", sagte Schäfer am Mittwoch.
Schäfer soll das Nationalteam Kameruns, im Volksmund die "Unbezähmbaren Löwen" genannt, auf die Afrika-Meisterschaft 2004 in Tunesien vorbereiten. "Wenn wir dort gut abschneiden, werde ich meine Arbeit bis zur WM 2006 in Deutschland fortsetzen", sagte der frühere Bundesliga-Coach des Karlsruher SC und VfB Stuttgart.
England-Angebot ausgeschlagen
Für die Verlängerung seines afrikanischen Abenteuers hat Schäfer in der vergangenen Woche eine Offerte des englischen Zweitliga-Aufsteigers FC Brighton ausgeschlagen. "Das wäre für mich die Eintrittskarte in
den englischen Fußball gewesen, doch die Jungs sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich in Kamerun weitermachen will", begründete Schäfer seine Entscheidung.
Geehrt wird Schäfer bereits von der Post des Landes am Äquator, die die jüngsten Erfolge der Nationalmannschaft und ihres deutschen Trainers mit einer Briefmarken-Sonderedition feiert. Kameruns erste runde Marke mit der Aufschrift "WM-Teilnehmer" im Wert von umgerechnet 20 Eurocents erinnert an den fünften WM-Start der "Unbezähmbaren Löwen" beim zurückliegenden Turnier in Südkorea und Japan.
"Das Chaos muss aufhören"
Doch in den Abschlussgesprächen über die Vertragsverlängerung wird Schäfer auch einige Bedingungen stellen. "Das Chaos muss aufhören. Es kann nicht sein, dass wir 44 Stunden zu einer WM fliegen oder dorthin fünf Tage zu spät anreisen", erinnert Schäfer an den Horrortrip nach Asien. Auch die Talentsichtung sowie die Trainingsbedingungen in Kamerun müssen nach Meinung Schäfers unbedingt verbessert werden. "Bislang wurde noch kein Länderspiel vereinbart. Das kann nicht sein." Der geplante Vergleich mit der deutschen Mannschaft, der wegen des Vorrundenduells bei der WM in Südkorea und Japan abgesagt wurde, soll beispielsweise nachgeholt werden.
Schäfer hatte die Nationalmannschaft Kameruns im Frühjahr zum Sieg beim Afrika-Cup geführt. Bei der WM-Endrunde in Asien scheiterte sein Team durch die 0:2-Niederlage in der Vorrunde gegen die deutschen Mannschaft. Seitdem war Schäfers weitere Tätigkeit in Afrika fraglich.