Ticketverkauf zu Länderspielen Kartellamt ermittelt gegen DFB
DFB-Zentrale in Frankfurt
Foto: Arne Dedert/ dpaDas Bundeskartellamt weitet die Ermittlungen gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Zusammenhang mit der Ticketvergabe bei Länderspielen aus. Die Behörde teilte auf Anfrage mit, dass "auch bezüglich der geplanten Ausgestaltung der WM 2018 einschließlich Qualifikation und des Confederations Cups 2017" ermittelt werde. Zuvor hatte der "Kicker" von den Ermittlungen berichtet.
Bereits im März hatte das Kartellamt ein Verwaltungsverfahren zur Ticketvergabe für die EM 2016 eingeleitet. Die Zuteilung der Karten für Auswärtsspiele des DFB-Teams ist an eine kostenpflichtige Mitgliedschaft im Fanklub Nationalmannschaft gekoppelt.
Dagegen und gegen ein Bonussystem, das Vielbucher besserstellt, hatte es eine Beschwerde gegeben. Der DFB führt für die Praxis Sicherheitsaspekte an. Potenzielle Gewalttäter sollen nicht an Karten und ins Stadion gelangen. Im April hatte der Verband den Anhängern, die nach dem 11. November 2015 in den Fanklub eingetreten waren, um die Chance auf EM-Tickets zu erhöhen, ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt.
Um herauszufinden, ob ein Verstoß gegen das Kartellrecht seitens des DFB vorliegt, hat die Behörde "jetzt an die 18 Bundesligavereine Auskunftsersuchen gesendet, um Auskünfte zur Ausgestaltung der Ticketvergabe bei Bundesligaspielen einzuholen". Ziel sei es, einen "umfassenden Überblick" über die Ticketvergabe im deutschen Profifußball zu bekommen und diese mit der des DFB zu vergleichen. Das Verfahren richte sich nicht gegen Bundesliga-Klubs.