Kein Karriere-Ende: Effenberg geht nach Wolfsburg - DER SPIEGEL
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Kein Karriere-Ende Effenberg geht nach Wolfsburg

Stefan Effenberg ist auf seine alten Tage noch ein Überraschungscoup gelungen. Während die Öffentlichkeit von einem Wechsel nach Wien ausging, verhandelte der ausgemusterte Bayern-Spieler ganz intensiv in Wolfsburg. Mit Erfolg.
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Wolfsburg - "Das Konzept und die Ideen des Vereins haben mich überzeugt. Es ist für mich eine große sportliche Herausforderung, der ich mich gerne stellen möchte", sagte Effenberg am Freitagabend. "Wir sind sehr froh darüber, dass wir unseren Fans einen der herausragenden Spieler der letzten Jahre präsentieren können. Stefan Effenberg ist für uns eine riesige Verstärkung", erklärte Wolfsburgs Manager Peter Pander.

Der 34-Jährige erhält in Wolfsburg einen Einjahresvertrag. Beim Heimspiel am Sonntag gegen Mönchengladbach, wo Effenberg seine Bundesliga-Karriere begann, wird er allerdings noch nicht auflaufen. Erst am Montag wird der Mittelfeldspieler der Öffentlichkeit präsentiert und vermutlich am 24. August im Spiel bei Arminia Bielefeld seinen Einstand im Wolfsburger Dress geben.

Der ehemalige Nationalspieler, der insgesamt 35 Länderspiele absolvierte und bei der WM 1994 in den USA mit seiner "Stinkefinger"-Aktion für einen Skandal gesorgt hatte, soll dem farblosen Fußball-Bundesligisten offenkundig zu Glamour verhelfen.

"Der VfL muss in die Champions League"

Der spektakulärste Transfer der Vereinsgeschichte passt zu den hochfliegenden Plänen in Wolfsburg. "Der VfL muss in die Champions League", hat Volkswagen-Konzernchef Bernd Pischetsrieder gefordert. Der Automobil-Konzern ist seit vergangenem Jahr Mehrheitsgesellschafter der "VfL Wolfsburg-Fußball GmbH". Anfang 2003 zieht der VfL in die neu erbaute Volkswagen-Arena um.

Effenberg hatte am Freitagmittag seine Verhandlungen mit Austria Wien ergebnislos abgebrochen. Für den Fall eines Scheiterns der Gespräche in Österreich hatte Effenberg eigentlich seinen Rücktritt angekündigt. Doch dies war offenkundig nur ein Ablenkungsmanöver. In aller Stille hatte der alternde Spielmacher mit dem VfL Wolfsburg verhandelt.

Täuschungsmanöver gelungen

"Er hat mir endgültig abgesagt und wird nicht zu uns kommen", hatte Austria-Sportchef Peter Svetits am Freitagmittag nach einem Telefonat mit Effenberg erklärt, "ausschlaggebend waren für ihn persönliche Gründe." Der Wiener Traditionsclub hatte dem Ex-Münchner einen leistungsbezogenen Einjahresvertrag angeboten, mit dem Effenberg inklusive Prämien auf rund 1,5 Millionen Euro gekommen wäre.

Effenberg hatte stets betont, noch "ein, zwei Jahre" spielen zu wollen, "am liebsten in England". Aber allen Interessenten (Manchester City, Fulham sowie Besiktas und Galatasaray Istanbul) war der "Tiger", der in München zuletzt 4,5 Millionen Euro pro Saison verdient hatte, zu teuer. Nur Wolfsburg nicht. Der um ein modernes Image bemühte Verein hatte sich in der vergangenen Woche vergeblich um die Dienste von Ciriaco Sforza bemüht, der sich für die Rückkehr nach Kaiserslautern entschied. Jetzt hat der VfL doch seinen Star bekommen.

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