Keine Eintracht Frankfurt wirft Reimann raus
Frankfurt am Main - Reimanns Vertrag bei der Eintracht lief ursprünglich noch bis zum 30. Juni 2005. Der 54-Jährige hatte Frankfurt vor einem Jahr zurück in die erste Liga geführt, konnte den dritten Abstieg der Vereinsgeschichte nach 1996 und 2001 aber nicht verhindern. Der frühere Bundesligaprofi des Hamburger SV hatte seinen Job bei den Hessen am 1. Juli 2002 angetreten. Reimann, der sich unmittelbar nach dem letzten Saisonspiel beim HSV in den Urlaub verabschiedet hatte, wird eine Abfindung von geschätzten 380.000 Euro erhalten.
"Wir müssen einen Neuanfang starten. Nach einer gründlichen Analyse sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir dies mit einem neuen Trainer machen wollen", erklärte Eintrachts Vorstandsboss Bruchhagen. Er war heute Morgen eigens in den Norden geflogen und hatte Reimann in dessen Urlaubsdomizil auf Sylt von der Entscheidung des Vorstandes unterrichtet. "Einige Dinge, die er gemacht hat, waren nicht okay", ergänzte Bruchhagen.
Auch die Mannschaft hatte sich zuletzt gegen Reimann ausgesprochen. Spielmacher Ervin Skela machte eine Vertragsverlängerung sogar von einem Trainerwechsel abhängig. Die Fans hatten zuletzt verstärkt die Ablösung des Trainers gefordert, der oft unnahbar wirkte. Reimann war heute für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. So blieb nur Bruchhagens Einschätzung: "Ich hatte den Eindruck, dass er enttäuscht war."
Reimann-Nachfolge noch offen
Reimanns Entlassung war die 281. in der 41-jährigen Bundesligageschichte, vor ihm hatte es diese Saison bereits neun Trainerwechsel im Obrhaus gegeben. Mit 32 Punkten hatte die Eintracht als Tabellensechzehnter. den Klassenerhalt verpasst. Am Ende fehlten vier Zähler zur Rettung. Reimann hatte auch durch eine Attacke gegen einen Schiedsrichterassistenten bei der 0:2-Niederlage in Dortmund Ende März von sich reden gemacht. Für den Schubser war er für fünf Spiele gesperrt worden, von denen seine Mannschaft vier verlor.
Ein Nachfolger für Reimann steht noch nicht fest. "Wir haben bisher mit keinem einzigen Trainer gesprochen und werden uns bei der Suche die nötige Zeit nehmen", sagte Bruchhagen. Reimann hatte unter anderem schon den FC St. Pauli, den VfL Wolfsburg und den 1. FC Nürnberg trainiert. Auch beim Vorletzten 1860 München hatte es nach dem Abstieg einen Trainerwechsel gegeben. Der Burghausener Coach Rudi Bommer ersetzte den Niederländer Gerald Vanenburg. Schlusslicht 1. FC Köln sah von einer Entlassung Marcel Kollers ab und will mit dem Schweizer den direkten Wiederaufstieg schaffen.