Keine Lizenz TeBe-Schlappe vor Gericht
Berlin - Tennis Borussia Berlin erhält vorerst für die kommende Saison keine Lizenz für die zweite Fußball-Bundesliga. Die 6. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt/Main wies eine Klage des Berliner Vereins gegen den Entzug der Lizenz durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zurück.
In einer mündlichen Verhandlung von gut 90 Minuten folgte das Gericht der Argumentation des DFB, der einen Gang vor ein staatliches Gericht als unbegründet ansah. Die Berliner hatten sich an die Justiz gewandt, nachdem ihnen der DFB am Montag vergangener Woche die Lizenz wegen fehlender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verweigert hatte. Damit bleiben vorerst die Stuttgarter Kickers als eigentlicher Absteiger in der zweiten Liga.
TeBe kann nun innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils Berufung beim Oberlandesgericht Frankfurt einlegen. "Wir werden bereits morgen früh unsere Unterlagen für die Berufung einreichen, denn die Zeit läuft uns davon", erklärte TeBe-Pressesprecher Michael Plassmann. "Das Urteil hat uns doch sehr überrascht, denn wir glaubten, eine schlüssige Argumentation vorgelegt zu haben. Im Endeffekt bedeutet eine solche Rechtsprechung, dass alle Vereine, die einen Garantiegeber ins Boot holen, eine zweite Garantie vorlegen müssten."
Berlin hatte im Lizenzentzug eine Ungleichbehandlung des Vereins gegenüber anderen, fast vermögenslosen Mitbewerbern gesehen und war deshalb vor Gericht gezogen. Der DFB begrüßte das Urteil des Landgerichts Frankfurt. "Die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung des Lizenzierungsverfahrens sind beseitigt und die Maßnahmen des DFB ausdrücklich als gesetzes- und satzungskonform beurteilt worden", sagte DFB-Chefjustitiar Goetz Eilers.
Tennis Borussia mit seinem Coach Winfried Schäfer ist der neunte Club der ersten oder zweiten Liga, der aus wirtschaftlichen Gründen keine Lizenz erhält. TeBe hat bereits einen Vorgänger aus der Hauptstadt. Blau-Weiß 90 war 1992 in Konkurs gegangen.