Klinsmann-Assistent Löw: Der Hoffnungstrainer - DER SPIEGEL
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Klinsmann-Assistent Löw Der Hoffnungstrainer

Nach der Verpflichtung von Joachim Löw als Co-Trainer herrscht beim Nationalteam Aufbruchstimmung. Bundestrainer Jürgen Klinsmann lobt seinen zukünftigen Assistenten in den höchsten Tönen, beim DFB hofft man, dass endlich Ruhe einkehrt, und Löw selbst ist einfach nur glücklich.
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Frankfurt am Main - "Ich freue mich, dass es so schnell zu einer Einigung gekommen ist. Meine Berufung empfinde ich als großen Vertrauensbeweis", erklärte der 44-Jährige. Es sei für ihn eine große Ehre, "eine so verantwortungsvolle Position bei der Nationalmannschaft zu übernehmen", so Löw, "ich gehe mit großer Motivation an die neue Tätigkeit heran und blicke den vor uns liegenden Aufgaben bei der Vorbereitung auf die WM 2006 zuversichtlich entgegen".

Löw war von Klinsmann selbst kontaktiert worden. Nach einem ersten Gespräch am Mittwoch führten dann heute DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, Schatzmeister Theo Zwanziger und Generalsekretär Horst R. Schmidt die abschließenden Verhandlungen und erzielten Einigkeit mit dem Fußball-Lehrer - sehr zur Freude des Bundestrainers.

"Löw ist kein Hütchenaufsteller"

"Mit Joachim Löw habe ich einen kompetenten Wunschkandidaten gefunden, der alle meine Anforderungen erfüllt. Ich kenne ihn schon seit vielen Jahren und habe großen Respekt vor dem, was er bisher als Trainer geleistet hat", erklärte Klinsmann, "wichtig ist für mich auch, dass er in verschiedenen Ländern gearbeitet hat und somit verschiedene Strukturen kennen gelernt hat."

Löw war im März dieses Jahres als Trainer des österreichischen Meisters Austria Wien nach nur neun Monaten wegen Differenzen mit Sportdirektor Günter Kronsteiner entlassen worden. Zuvor hatte er in der Saison 2001/2002 den anschließend in Konkurs gegangenen FC Tirol Innsbruck zum Meistertitel geführt. 1999 wurde Löw in der Türkei mit Fenerbahce Istanbul Zweiter.

Klinsmann betonte, dass sein Wunschkandidat alles andere als ein Hütchenaufsteller sei. "Ich werde ihm viel Verantwortung übergeben und bin mir absolut sicher, dass sie bei ihm in richtigen Händen ist. Für mich ist besonders seine positive Ausstrahlung und sein optimistisches Auftreten wichtig", so Klinsmann weiter.

Zufrieden über die Verpflichtung Löws zeigte sich auch DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. "Ich bin froh, dass damit eine weitere Personalfrage zügig und einvernehmlich geklärt ist. Joachim Löw ist ein Gewinn für die Arbeit des DFB. Er wird mit Sicherheit gut mit Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff harmonieren."

Schnelles Treffen der Liga mit Klinsmann

Liga-Präsident Hackmann nahm die Vertragsunterzeichnung Löws unterdessen zum Anlass, seine Kollegen zur Unterstützung des neuen Führungstrios aufzufordern. "Ich begrüße die Lösung mit Klinsmann und Bierhoff ausdrücklich", erklärte Hackmann, der sich morgen in Berlin zur Wiederwahl stellt. Man müsse jetzt die Blicke nach vorn richten und "keine rückwärts gerichteten Gefechte mehr führen", so Hackmann.

Die Kritik aus den eigenen Bundesliga-Reihen habe er überhaupt nicht verstanden, betonte der Liga-Chef: "Wenn jetzt alle etwas über den Trainer sagen, hilft uns das gar nicht." DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub hat bereits an Klinsmann und Bierhoff geschrieben und zu einem Treffen mit der Liga eingeladen. Dass weder Teammanager Bierhoff, der speziell der Kontaktmann sein soll, noch Klinsmann in Berlin wegen privater Verpflichtungen dabei sind, sei nicht zu ändern. "Es wäre schön gewesen, aber das kann man ja nachholen", sagte Hackmann.