Klinsmann-Streit Zwanziger spricht ein Machtwort
Hamburg - "Ich wünsche mir, dass der Streit schnell beendet wird, weil weitere Diskussionen keinen Sinn machen", sagte Zwanziger der dpa. Es gehe jetzt nur darum, "alles dafür zu tun, dass die Nationalelf am 22. März in Dortmund gegen die USA ein gutes Spiel liefert und die Fans zurückgewinnt", betonte der Geschäftsführende Präsident.
Unklar ist allerdings, ob Zwanziger die Kritik seiner Funktionärskollegen teilt oder verurteilt. Hans-Georg Moldenhauer, einer von acht Vizepräsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verlangt, dass Klinsmann nach Deutschland ziehen müsse. Sonst mache eine Verlängerung des nach der WM auslaufenden Vertrages keinen Sinn. "Die Form, wie es jetzt gehandhabt wird, ist auf Dauer nicht haltbar", sagte Moldenhauer der "Sport-Bild". Klinsmann hat einen US-amerikanischen Hauptwohnsitz, er lebt mit seiner Familie in Kalifornien.
Auch Moldenhauers Präsidiumskollege Engelbert Nelle hält das derzeitige Modell für schlecht. Er verweist auf die hohen Flugkosten, die dem DFB durch Klinsmanns Reiseaktivitäten entstünden. "Wir sind nicht dazu da, das Geld zum Fenster rauszuwerfen, wenn es andere Möglichkeiten gibt, das Geld auch im Hause zu behalten und es für Nachwuchsarbeit noch stärker einzusetzen als bisher."
Nach Nelles Angaben betragen die Flugkosten für Klinsmann rund 100.000 Euro im Jahr. Deshalb sei es nur richtig, wenn bei den Gesprächen über einen neuen Kontrakt der Wohnort des Bundestrainers "Vertragsgegenstand" sei.
Ob die Äußerungen der beiden Einzelmeinungen sind oder ein Sinnungswandel im DFB darstellen, ist offen. Denn bisher war Zwanziger nicht der Meinung, dass Klinsmann unbedingt nach Deutschland ziehen müsse. Unklar ist auch, ob Männer wie Moldenhauer (zuständig für die Zukunftsentwicklung des Fußballs) und Nelle (verantwortlich für die Amateure) wirkliche Schwergewichte innerhalb des Verbandes sind.
Derzeit tagt in Frankfurt die DFB-Spitze, ein Ende sei gegen 15 Uhr zu erwarten, hieß es aus der Zentrale des Verbandes.
sge