Klinsmann-Team "Alle drei sind bereit"
Frankfurt am Main - "Jetzt sind wir soweit. Ich weiß, dass alle drei bereit sind", sagte DFB-Vizepräsident Franz Beckenbauer im ZDF. Die Gespräche und Verhandlungen sollen in dieser Woche abgeschlossen werden, bestätigte DFB-Pressesprecher Harald Stenger.
Danach könnte der DFB das Führungstrio bis Freitag - Klinsmanns 40. Geburtstag - vorstellen. Beckenbauer betonte, die Verpflichtung "wird eine Lösung bis 2006" bedeuten.
Erst mit Klinsmanns Interessensbekundung hatte das zähe und in Teilen peinliche Verwirrspiel um eine neue Nationalmannschafts-Führung vor einer Woche rasant an Fahrt gewonnen. "Vor vier Jahren ist es Rudi Völler zugefallen - jetzt Jürgen Klinsmann", meinte Beckenbauer. Er traut dem vor Tatkraft sprühenden Schwaben, der eine Öffnung des DFB fordert und Strukturen mit Fachtrainern nach amerikanischem Vorbild einführen will, zu, "einiges zu bewegen".
Bei einem Gespräch am Samstagabend mit DFB-Präsident Gerhard Mayer Vorfelder, Liga-Präsident Werner Hackmann, DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt sowie Schatzmeister Theo Zwanziger, der am 23. Oktober zum Geschäftsführenden Präsidenten gewählt werden soll, sei man sich "in vielen Dingen näher gekommen", sagte Pressesprecher Stenger. Dabei dürfte es auch um die Finanzfragen gegangen sein.
Laut "Bild am Sonntag" kostet den DFB das zweijährige Engagement des Trios zehn Millionen Euro: fünf Millionen für Klinsmann, drei für Bierhoff und zwei Millionen für Osieck. Stenger bezeichnete diese Angaben als "reine Spekulationen".
Bereits heute nahm Klinsmann die Gespräche mit Ex-Auswahlkollege Bierhoff auf. Am Dienstag trifft dann auch Trainer-Kandidat Osieck ein. Der ehemalige Auswahlcoach Kanadas soll Klinsmanns fehlende Praxis als Trainer wettmachen. "Es gibt kaum einen erfahreneren Trainer", sagte Beckenbauer, der mit Osieck an der Seite und Klinsmann auf dem Feld 1990 den Weltmeister-Titel als Teamchef gewann.
Klinsmann alleine wäre nicht gegangen, sagte Beckenbauer. "Es war Bestandteil der Verhandlungen: Klinsmann ja - aber mit einem Team an der Seite."