Köln - Bremen Buhlen um den Bomber
Köln - Der SV Werder Bremen tut alles, um Pizarro zu halten: gewinnen, reden, hoffen. Mit dem 3:1-Erfolg beim 1. FC Köln unterbreiteten die Hanseaten dem Peruaner am Samstag ein neues Lock-Angebot. Sportlich besteht für die beste Mannschaft des Jahres in der Fußball-Bundesliga nach wie vor die Chance, dem 22 Jahre alten Pizarro eine Teilnahme am Uefa-Cup zu ermöglichen.
Aber zunächst wollen sie reden. "So schnell wie möglich", meinte jedenfalls Sportdirektor Klaus Allofs. Nach dem Sieg vor 41.760 Zuschauern im ausverkauften Müngersdorfer Stadion, will Werder Pizarros Jawort. Und dann müssen sie laut Allofs hoffen, "dass Claudios Vater und sein Berater nicht den Umschlag mit den Wunschvorstellungen präsentieren. Dann haben wir keine Chance."
19 Saisontore machen Pizarro so wertvoll
Für 15 Millionen Mark, so ist es vertraglich festgeschrieben, kann Pizarro in diesem Sommer die Norddeutschen verlassen. Doch das will Werder nicht so einfach akzeptieren, zumal der 1999 von Alianza Lima zu den Bremern gewechselte Stürmer in der 14. Minute mit seinem 19. Saisontreffer zeigte, wie wertvoll er ist.
Zusammen mit dem überragenden Brasilianer Ailton, der in der 70. und 74. Minute nach dem 1:1-Ausgleich durch Kölns Archil Arweladse (20.) den Sieg der Bremer fast allein sicherte, ist Pizarro ein wesentlicher Bestandteil hanseatischer Zukunftsplanungen.
"Für Claudio ist noch wesentlich mehr drin"
"Er hat bei uns ein sehr gutes Umfeld, und für Claudio ist noch wesentlich mehr drin", so Allofs. Ob bei Werder oder bei "einem großen europäischen Verein", von dem Allofs sprach, blieb offen. Coach Thomas Schaaf übernahm die Rolle des Hoffenden freiwillig: "Ich bin optimistisch, dass er bei uns bleibt."
Es soll sich schnell alles klären an der Weser, obwohl vor dem Pflichtsieg am kommenden Samstag gegen Hansa Rostock im Kampf um die Teilnahme am Uefa-Cup nichts klar ist. "Es ist eine unangenehme Situation. Wir müssen gewinnen, und andere müssen uns helfen", sagte Allofs.
Aufsteiger Köln war am Ende platt
Beim besten Neuling der Saison ist unterdessen alles klar. Der 1. FC Köln erlitt zwar die vierte Heimniederlage im Jahr eins nach dem Aufstieg, doch die weitere Erstliga-Zugehörigkeit war schon lange gesichert. Dass aus dem Fest für die 41.760 Fans nichts wurde, hatte laut Verteidiger Jens Keller einen Grund: "Wir sind in der ersten Serie bis an unsere Schmerzgrenze gegangen."
1. FC Köln - Werder Bremen 1:3 (1:1)
0:1 Pizarro (14.)
1:1 Arweladse (20.)
1:2 Ailton (70.)
1:3 Ailton (74.)
Köln: Pröll - Cullmann, Dziwior, Keller - Scherz (67. Kurth),
Lottner (75. Wollitz), Baranek, Springer, Kreuz - Timm, Arweladse
(46. Sichone)
Bremen: Rost - Frings, Baumann, Tjikuzu, Krstajic - Eilts (86.
Dabrowski), Stalteri, Ernst - Herzog (79. Banovic) - Pizarro,
Ailton (82. Lee)
Schiedsrichter: Albrecht (Kaufbeuren)
Zuschauer: 41.760
Gelbe Karte: Tjikuzu (3)