Unentschieden gegen Lautern: Kölner Tristesse hält an
Köln vs. Kaiserslautern Remis im Kellerduell
Hamburg - Der 1. FC Köln hat den ersehnten Befreiungsschlag verpasst und bleibt Tabellenletzter der Bundesliga. Die Mannschaft des norwegischen Trainers Ståle Solbakken kam gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und vergab damit die Chance auf den ersten Saisonsieg. Ivo Ilecivic (17.) brachte den FCK vor 47.200 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Kölner Stadion in Führung. Mato Jajalo schaffte für den FC quasi im Gegenzug den Ausgleich (19.). Lautern ist mit nun zwei Punkten aus drei Spielen Tabellen-14.
Köln hatte schon vor der Partie große Personalsorgen zu beklagen, musste auf Lukas Podolski (Fieber), Torhüter Michael Rensing (Innenbandzerrung) und Verteidiger Kevin Pezzoni (Virusinfektion) verzichten. Und die Sorgen von Solbakken wurden kurz nach dem Anpfiff noch größer. Nach einem Zweikampf mit Konstantinos Fortounis musste Außenverteidiger Christian Eichner bereits nach vier Minuten mit einer Platzwunde über dem linken Auge vom Platz.
Nach zwei Auftaktniederlagen gegen den VfL Wolfsburg (0:3) und den FC Schalke (1:5) begann der FC zerfahren und unsicher. Wie einfach die Kölner Hintermannschaft auszuhebeln ist, zeigten die Lauterer in der elften Minute. Mit einem einzigen Pass war der Israeli Itay Shechter frei durch, erst im letzten Moment konnte FC-Kapitän Pedro Geromel dessen Zuspiel auf Richard Sukuta-Pasu noch abfangen.
Jajalo gleicht Lauterer Führung im Gegenzug aus
So war die FCK-Führung fast schon die logische Konsequenz. Nach einer Flanke von Florian Dick traf Ivo Ilecevic mit einem Volleyschuss ins Tor (17.). Auch bei dieser Aktion hatte die FC-Hintermannschaft keinen guten Eindruck hinterlassen. Abhilfe könnte aber in Kürze der Portugiese Henrique Sereno schaffen. Wie der FC am Rande des Spiels bekanntgab, wurde der 26-jährige Innenverteidiger bis zum Saisonende vom Europa-League-Gewinner FC Porto ausgeliehen. Sereno soll die Lücke schließen, die Verteidiger Youssef Mohamad mit seinem Wechsel nach Dubai zu Al Ahli hinterlassen hat.
Nur zwei Minuten nach dem Rückstand schlug Köln zurück. Nach einer präzisen Hereingabe von Slawomir Peszko war Mato Jajalo zur Stelle. Doch Ruhe kehrte ins Spiel der Gastgeber mit dem Ausgleichstreffer nicht ein, vielmehr vergaben die Lauterer durch Martin Amedick (24.) und Rodnei (28.) weitere gute Chancen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit gewannen die Kölner immer mehr die Oberhand, doch FCK-Keeper Kevin Trapp verhinderte mit tollen Paraden gegen Milivoje Novakovic (35.) und Adil Chihi (45.) die Führung des FC.
Auch im zweiten Durchgang drängten beide Mannschaften auf einen zweiten Treffer. Dabei hatte zunächst Jajalo die große Chance zum 2:1, als er freistehend den Ball neben das Tor setzte (52.). Auf der Gegenseite war es Sukuta-Pasu, der um eine Fußspitze die erneute Lauterer Führung verpasste (60.). Danach war aber fast nur noch Köln am Drücker, doch Peszko (70.) und Novakovic (73.) ließen beste Chancen ungenutzt.
"Wichtig war, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben, darauf kann man aufbauen", sagte Kölns Martin Lanig. Das sah sein Trainer Solbakken etwas anders: "Wir waren klar die bessere Mannschaft und hatten die besten Torchancen. Ein Tor ist nicht genug." Gäste-Trainer Marco Kurz sagte: "Köln war die bessere Mannschaft. Wir müssen mit dem Punkt sehr zufrieden sein."
1. FC Köln - 1. FC Kaiserslautern 1:1 (1:1)
0:1 Ilicevic (17.)
1:1 Jajalo (19.)
Köln: Varvodic - Brecko, McKenna (85. Matuschyk), Geromel, Eichner (6. Andrezinho) - Lanig, Riether - Chihi, Peszko (72. Clemens) - Jajalo, Novakovic
Kaiserslautern: Trapp - Dick, Amedick, Rodnei, Jessen - Tiffert, Kirch (90. Petsos) - Fortounis (75. Sahan), Ilicevic - Sukuta-Pasu (86. Kouemaha), Shechter
Schiedsrichter: Kircher
Zuschauer: 47.200
Gelbe Karten: Lanig (2), Brecko, Andrezinho - Amedick, Kirch, Dick (2), Jessen (2)