Köln - Wolfsburg: Krisenstimmung am Rhein - DER SPIEGEL
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Köln - Wolfsburg Krisenstimmung am Rhein

Nach der peinlichen Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg muss der Trainer des 1. FC Köln um seinen Arbeitsplatz bangen.
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Köln - Beim desolaten 0:4 (0:2) gegen den VfL Wolfsburg zeigte der 1. FC Köln seine bisher schlechteste Saisonleistung und kassierten die höchste Heimniederlage seit dem 23. August 1994 (1:6 gegen Borussia Dortmund).

Die Treffer für die Wolfsburger, die ihren höchsten Auswärtssieg in der Bundesliga-Geschichte feierten, erzielten vor 29.000 Zuschauern im Müngersdorfer Stadion Martin Petrow in der zweiten, Robson Ponte in der sechsten, erneut Petrow per Foulelfmeter in der 50. und Miroslav Karhan in der 61. Minute. Die Niedersachsen verließen die Abstiegsplätze, die für Köln jetzt nur noch einen Punkt entfernt sind.

Der Aufstellungspoker von Trainer Lienen endete im Desaster. Der in die Schusslinie geratene Coach hatte seine Mannschaft auf vier Positionen erneut geändert. Neben Alexander Voigt, der den 1. FC Köln verlassen will, brachte Lienen im Angriff Darko Pivaljevic und Markus Kurth sowie Spasoje Bulajic in der Defensive.

Köln konfus wie nie


Die Gastgeber begannen konfus wie nie zuvor in dieser Saison. In der zweiten Minute stürmten alle nach vorne, und es genügte ein Pass auf Petrow, der Bulajic wie einen Statisten stehen ließ und zum Führungstor einschoss. Nur vier Minuten später traf der Ex-Leverkusener Robson Ponte zum ersten Mal für den VfL. Diesem Tor ging ein katastrophaler Schnitzer von Christian Springer voraus.

Die Formation von Lienen wirkte in keiner Phase auch nur in Ansätzen bundesligatauglich, die Wechsel des Trainers sorgten im Müngersdorfer Stadion erstmals für ein minutenlanges gellendes Pfeifkonzert.

Das 0:4 gegen Wolfsburg bedeutete nach dem schon peinlichen 1:2 gegen Aufsteiger Nürnberg und dem 0:3 bei Hertha BSC Berlin den bisherigen Tiefpunkt. FC-Präsident Albert Kaspers hatte seinem Trainer zwar wiederholt das Vertrauen ausgesprochen, nach drei Niederlagen in Folge scheint der Trainer in Köln nicht mehr unantastbar.

Vor der Begegnung hatte Lienen von seinem Team bedingungslosen Einsatz gefordert, die Begegnung gegen Wolfsburg zum wichtigsten Spiel der Saison erklärt, bei seinen Akteuren aber offenbar kein Gehör gefunden. Sportmanager Hannes Linßen hatte die Krise der Kölner nicht schöngeredet: "Wenn wir gegen Wolfsburg auch noch verlieren, wird es für uns ganz eng."


1. FC Köln - VfL Wolfsburg 0:4 (0:2)
0:1 Petrow (2.)
0:2 Ponte (6.)
0:3 Petrow (50., Foulelfmeter)
0:4 Karhan (61.)
Köln: Bade - Keller, Cichon (18. Balitsch/41. Reich), Bulajic, Voigt - Scherz, Lottner (77. Dziwior), Kreuz, Springer - Kurth, Pivaljevic
Wolfsburg: Reitmaier - Greiner (77. Kryger), Franz, Schnoor, Müller - Karhan (78. Sarpei), Akonnor, Rau - Munteanu - Ponte (68. Weiser), Petrow
Schiedsrichter: Albrecht (Kaufbeuren)
Zuschauer: 29.000
Gelbe Karten: Scherz (3), Bulajic - Ponte (2)

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