Kommentar: Die Wahl von Gianni Infantino ist das kleinere Übel - DER SPIEGEL
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Kommentar zur Infantino-Wahl Das kleinere Übel

Die Fifa scheut den nächsten Skandal: Statt des umstrittenen Scheichs Salman wählen die Delegierten den routinierten Manager Infantino. Wandeln wird sich der Weltverband wohl auch so nicht.
Rivalen Salman (l.), Infantino: Kaum vorstellbar
Rivalen Salman (l.), Infantino: Kaum vorstellbar

Rivalen Salman (l.), Infantino: Kaum vorstellbar

Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS
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Die Wahl von Gianni Infantino zum Fifa-Präsidenten ist nur das kleinere Übel. Zweifellos hätte ein Sieg von Scheich Salman den Fußball-Weltverband noch tiefer in die Krise gestürzt. Sofern das überhaupt möglich ist. Ein Präsident, gegen den es nicht nur Korruptionsvorwürfe gibt, sondern der auch an Menschenrechtsverletzungen in seinem Heimatland beteiligt gewesen sein soll. Kaum vorstellbar.

Denn auch wenn der Bahreiner die Vorwürfe stets zurückgewiesen hat: Eine andauernde Debatte über den Präsidenten hätte es der Fifa wohl unmöglich gemacht, die beschlossenen Reformen umzusetzen. Vielleicht wäre der Verband sogar in wenigen Monaten implodiert - weshalb einige Fifa-Kritiker insgeheim auf einen Erfolg des Scheichs gehofft hatten.

Doch auch wenn der Schweizer Infantino die bessere Wahl ist, heißt das nicht, dass sich nun tatsächlich etwas ändert bei der Fifa. Weder Infantinos bisheriges Wirken als Uefa-Generalsekretär noch sein Auftritt beim Kongress deuten darauf hin, dass er das System Blatter aufbrechen oder gar zerstören will.

Infantino hat mit dem mittlerweile gesperrten Uefa-Chef Michel Platini lange verhindert, dass sich im internationalen Fußball etwas in Richtung Good Governance, sprich guter Unternehmensführung, tut. Als Blatter endlich überfällige Schritte, zum Beispiel eine Amtszeitbegrenzung für Top-Funktionäre anstrebte, blockierten ihn ausgerechnet die Europäer - angeführt von Platini und Infantino.

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Fifa-Kongress: Infantinos Kür zum Fifa-Präsidenten

Foto: Patrick B. Kraemer/ dpa

Diese Begrenzung - und noch einige weitere sinnvolle Veränderungen - hat der Kongress nun beschlossen, allerdings erst auf Druck der Strafverfolger in den USA und der Schweiz. Deutlich spürbar war in Zürich, dass die Fifa-Mitglieder diese Reformen nur widerwillig mittragen. Sie wissen, es geht nicht mehr anders.

So kann sich die Fifa nicht verändern. Die führenden Personen, und Infantino ist dafür ein Paradebeispiel, sind von dem Weg, den sie gehen sollen, nicht überzeugt. Vielleicht wird es unter dem neuen Präsidenten ein wenig ruhiger als im Skandaljahr 2015. Doch ein Neustart war Infantinos Triumph nicht.

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