Kopenhagen Weiterer Arsenal-Fan niedergestochen
Kopenhagen - Wenige Stunden vor dem UEFA-Cup-Finale in Kopenhagen ist nach Polizeiangaben ein zweiter britischer Fußballfan niedergestochen worden. Er sei von einem türkischen Fan in den Bauch gestochen worden, sagte ein Polizist am Mittwochabend. Der Täter sei nicht gefasst worden. Die Polizei war zuvor mit Tränengas gegen randalierende Anhänger des türkischen Vereins Galatasaray Istanbul und britische Fans von Arsenal London vorgegangen. Bereits am Morgen war ein Brite von Unbekannten niedergestochen worden. Beim UEFA-Cup-Halbfinale im vergangenen Monat in Istanbul waren zwei Fans des britischen Clubs Leeds United erstochen worden.
Am Mittwochmorgen waren bei Zusammenstößen sieben Personen verletzt worden, darunter auch der erste niedergestochene Brite. Dieser sei in einem stabilen Zustand, sagte ein Polizeisprecher. Der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge wurde der Täter nicht gefasst. Die Polizei nahm im Zusammenhang mit den Krawallen zehn Fans fest. Bis zum Beginn des Spiels um 20.45 Uhr (MESZ) wurden rund 12.500 britische und mehr als 10.000 türkische Fans in Kopenhagen erwartet. In der Stadt selbst leben etwa 8000 Menschen türkischer Abstammung.
Die beiden Vereine riefen die Fans zu Besonnenheit auf. Galatasaray-Präsident Faruk Suren sagte, dies sei kein Krieg, sondern ein Fußballspiel. Der Pokal werde wertlos sein, wenn Blut vergossen werde. Ein Arsenal-Sprecher erklärte, der Verein werde jeden Fan so hart wie möglich bestrafen, der sich der Unruhestiftung schuldig mache. Ein Arsenal-Fan kündigte dagegen weitere Ausschreitungen an. "Es wird Krieg geben," sagte er.
Als Zuschauer wurden auch sechs türkische Minister und 100 der 550 Parlamentsabgeordneten erwartet. Im Falle eines Siegs würde Galatasaray als erster türkischer Verein einen europäischen Fußball-Pokal gewinnen. "Gewinnt, und wir errichten für euch Statuen", schrieb die türkische Zeitung "Hurriyet" auf ihrer Titelseite.