Kovac "Es hat sich ein bisschen gelohnt"
Hamburg - Nico Kovac war nach dem Abpfiff ein gefragter Mann. Zwar hatte der kroatische Nationalspieler im Champions-League-Spiel des HSV gegen Deportivo La Coruna gerade einmal siebzehn Minuten auf dem Platz gestanden, in dieser Zeit aber war dem 29-jährigen Mittelfeldspieler so gut wie alles geglückt. Oder wie Kovac es ausdrückte: "Es hat sich ja auch ein bisschen gelohnt."
Nachdem er auf der linken Spielhälfte maßgeblich an der HSV-Offensive zu Beginn beteiligt war, wurde er zwei Minuten vor seiner Auswechslung zum effektivsten Spieler der Partie. Zuerst ließ Kovac an der Außenlinie La Corunas Joan Capdevilla mit einem Übersteiger stehen, schlug dann einen präzisen Pass nach innen zu Mehdi Mahdavikia, und der Iraner verarbeitete das Anspiel dann - mit ein wenig spanischer Unterstützung - zum wichtigen 1:0. Doch schon beim Jubeln wusste der Vorbereiter, dass er nicht einmal mehr die Halbzeit würde miterleben dürfen.
"Nachdem ich den letzten ausgespielt hatte", erklärte Kovac hinterher, "hat der Muskel zugemacht." Der Pass auf Mahdavikia sei eine "reine Verzweiflungstat" gewesen. Als Kovac das Wort "Muskel" aussprach, zuckte das Gesicht des Mannes von der "Bild"-Zeitung kurz zusammen. Nein, nein, milderte Kovac die Sorge, zwar handele es sich um denselben Muskel, an dem er zuletzt einen Faserriss und damit eine Zwangspause von 15 Tagen erlitten habe, diesmal aber sei es gerade mal eine leichte Zerrung.
Trainer Frank Pagelsdorf, der durch den Ausfall seines Mittelfeldspielers einen Bruch im Spiel ausgemacht hatte, wies Fragen nach einem zu frühen Einsatz des Rekonvaleszenten von sich: "Ich habe den Arzt gefragt - Risiko oder kein Risiko? Er hat 'kein Risiko' gesagt." Also habe er Nico spielen lassen. Und auch Kovac wollte von einem übereiligen Comeback nichts wissen, schließlich spiele er "lieber dreimal die Woche, als mich täglich im Training zu quälen". Ob der Kroate allerdings am kommenden Samstag im Bundesligaauswärtsspiel beim 1. FC Köln wird auflaufen können, weiß er selbst noch nicht genau. "Nach meinen Erfahrungen bin ich da eher pessimistisch."