Krisengipfel: Daum lehnt Friedenspfeife ab - DER SPIEGEL
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Krisengipfel Daum lehnt Friedenspfeife ab

Die vom DFB initiierten Friedensverhandlungen zwischen den Streithähnen Daum und Hoeneß gestalten sich schwieriger als erwartet. Die Beziehung zwischen dem Bayer-Lager und den Münchnern ist offensichtlich völlig zerrüttet.
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Leverkusen - Der erste Teil des Krisengipfels zur Beendigung der Schlammschlacht zwischen Uli Hoeneß und Christoph Daum wird vom Streit über die Teilnehmer überschattet. Der von DFB-Vize-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder angeregte Runde Tisch mit allen Beteiligten droht zu platzen, weil der vom Bayern-Manager attackierte designierte Bundestrainer Daum nicht bereit ist, sich mit Hoeneß an einen Tisch zu setzen. "Solange einige Sachen juristisch nicht geklärt sind, kann ich nicht an einer Sache teilnehmen, an der Uli Hoeneß teilnimmt. In dieser Phase halte ich ein persönliches Gespräch für nicht sinnvoll", erklärte der Leverkusener Trainer dem Fachmagazin "Kicker".

Mit einer überraschenden Forderung hat Franz Beckenbauer für zusätzliche Unruhe im Streit zwischen Uli Hoeneß und Christoph Daum gesorgt und dem Bayern-Manager gleichzeitig den Rücken gestärkt. "Das ist schon abenteuerlich, was da abläuft", kommentierte DFB-Teamchef Rudi Völler am Donnerstag die Forderung von Beckenbauer, Daum solle nach den Hoeneß-Vorwürfen doch einfach seine Unschuld beweisen. Der Münchner Clubchef sagte bei einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend in München: "Die Gerüchte um Daum gibt es doch schon lange. Sollten diese Gerüchte tatsächlich nicht stimmen, hat er nun die beste Gelegenheit, zu beweisen, dass sie nicht wahr sind", betonte der "Kaiser". Die "Süddeutsche Zeitung" empfahl nach den von Hoeneß öffentlich gemachten Drogen-Vorwürfen gegen Daum sogar einen Drogentest in Form von einer Haarspitzenanalyse. Daum via "Bild": "So einen Vorschlag kommentiere ich gar nicht. Es bleibt dabei: Drogen waren, sind und werden nie ein Thema für mich sein."

Während Mayer-Vorfelder in einem Exklusiv-Interview mit der "Bild"-Zeitung beklagte, dass die Auseinandersetzungen auf einem "Tiefstand" angekommen sind und gleichzeitig forderte, das Thema schnellstmöglich vom Tisch zu bekommen, erklärte sich Daum lediglich dazu bereit, an einem Gespräch mit "MV" sowie den Bayern-Vertretern Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer teilzunehmen. "Dazu bin ich sofort bereit", betonte Daum, der über seinen Hamburger Anwalt Matthias Prinz Strafanzeige gegen Hoeneß wegen Verleumdung und übler Nachrede gestellt hat.

Hoeneß, der sich seit Wochenbeginn zu einem Golfurlaub im spanischen Marbella aufhält, unterstrich in der "SZ" noch einmal, dass es ihm um die Zukunft des deutschen Fußballs gehe. "Mir ist er als Person völlig wurscht. Mir wird ständig persönliche Abrechnung unterstellt, das ist Schwachsinn. Aber was sich um Herrn Daum abspielt, das entspricht nicht meiner Vorstellung von Moral", sagte der Bayern-Manager vor seiner Abreise zum WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England nach London. Einer gerichtlichen Auseinandersetzung sieht Hoeneß gelassen entgegen. "Ich sehe keinen Anlass für eine Verleumdungsklage", betonte der 48-Jährige im "Kicker".

Leverkusens Manager Reiner Calmund, der Hoeneß in London treffen wird, hält eine Gesprächsrunde mit den Hauptdarstellern für undenkbar. "Ein Gespräch zwischen den beiden ist meiner Meinung nach zurzeit nicht möglich", sagte Calmund. DFB-Direktor Bernd Pfaff betonte in London, dass man schnellstens handeln muss. "Was wir in dieser Frage für eine Figur abgeben, ist schlimm. Wir dürfen nicht aufeinander schießen, sondern müssen uns an einen Tisch setzen. Dann müssen wir zu einer Entscheidung kommen, so oder so. In dieser Form können wir uns jedenfalls nicht weiter präsentieren", sagte Pfaff.

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