Krisensitzung: Matthäus bleibt bei den MetroStars - DER SPIEGEL
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Krisensitzung Matthäus bleibt bei den MetroStars

Vor Tagen wollte er noch hinschmeißen, jetzt wird Lothar Matthäus seine Fußball-Karriere als Spieler bei den New York/New Jersey MetroStars fortsetzen. Ein Gespräch am Freitag mit allen beteiligten Personen ergab die überraschende Wende.
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New York - Nach über dreistündiger Aussprache sahen die Streithähne so aus, als hätten sie nie Probleme miteinander gehabt. Lothar Matthäus lächelte zwar etwas müde, wirkte aber dennoch genauso locker und gelöst wie seine Gegenspieler von den New York/New Jersey MetroStars. "Lothar bleibt bei uns. Am Mittwoch trainiert er erstmals wieder mit der Mannschaft", erklärte MetroStars-Manager Nick Sakiewicz am Freitagabend nach der heftigen Debatte im New Yorker Hauptquartier der Major League Soccer (MLS). Der seit dem 28. Juni am Rücken verletzte Rekord-Nationalspieler wird damit nach der wochenlangen Verbalschlacht seinen bis November datierten Ein-Jahres-Vertrag beim Spitzenreiter der Eastern Division erfüllen.

"Wir haben Klartext gesprochen und können uns wieder in die Augen sehen. Alle Seiten sind erleichtert», sagte Matthäus, der vor drei Tagen noch geschworen hatte, unter Trainer Octavio Zambrano nie mehr zu spielen. Von ihm war er als "Störenfried, der nicht die richtige Einstellung besitzt", beleidigt worden. "Er schaute mir in die Augen und beteuerte, dass die Aussagen ihm leid tun und sie so nicht stimmten, weil sie aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Er sagte das vor allen Anwesenden, so dass ich ihm das glaube", erklärte Matthäus seinen überraschenden Sinneswandel. Zur Gesprächsrunde gehörten neben seiner Freundin Maren Müller-Wohlfahrt sein US-Manager Brian Eylert, MLS-Kommissioner Don Garber sowie Sakiewicz und Zambrano.

"Es war ein hartes Stück Arbeit, doch wir haben uns zum Schluss die Hand gegeben und wollen nicht mehr nach hinten schauen", erzählte Matthäus, der mit einem Jahresgehalt von einer Million Dollar bestbezahlter Kicker der Liga ist. Der Trainer versicherte ihm, dass er auf ihn baue und ihn im Team haben möchte, weil er glaubt, mit ihm die Meisterschaft gewinnen zu können. Die MetroStars wüssten, wie wertvoll der 39-Jährige für sie sei. Allerdings verdeutlichte Zambrano seinem Star auch, dass er ihm kein Stammplatz garantiere. "Den muss er sich in Konkurrenz erkämpfen", betonte der Coach.

"Wenn es um Spieler mit großartigem Talent geht, machen wir keine dummen Sachen. Lothar zu entlassen, ohne einen entsprechenden Gegenwert zu erhalten, wäre nicht clever", sagte Sakiewicz. Er forderte Matthäus auf, sich am Montag vom Mannschaftsarzt der MetroStars untersuchen zu lassen. Nach seiner Verletzung im Meisterschaftsspiel gegen San Jose (0:0) war der gebürtige Franke zur Behandlung nach Deutschland geflogen, was die MetroStars noch zähneknirschend in Kauf nahmen. Als er sich dann jedoch während der Therapie mit seiner Freundin in St. Tropez sonnenbadend fotografieren ließ, brach ein offener Streit aus.

Sein Comeback in der MLS plant Matthäus für den nächsten Samstag in Columbus beim All Star-Game in der East-Auswahl, die von Zambrano gecoacht wird. "Ich möchte dort eine Halbzeit spielen", sagte der Ex- Weltmeister, der bei den Fans trotz aller Querelen noch immer beliebt ist. Bei der alljährlichen Popularitätsumfrage hatte er als Abwehrspieler mit Abstand die meisten Stimmen (57.160) erhalten.