Kuriose Transfers Armes Würstchen, geliebtes Hündchen
Für 15 Kilogramm Schweinswürste ist der Verteidiger Marius Cioara vom rumänischen Erstligisten UT Arad an den Viertligisten Regal Hornia verkauft worden. Ein Sprecher: "Wir haben eine Wochenration Würste für das Team investiert, um Cioara zu verpflichten, und sind zuversichtlich, dass er den Preis wert ist." Die Geschichte nahm übrigens kein gutes Ende. Die Wurstwitze in den Medien deprimierten Cioara derart, dass er seine Karriere beendete: "Die Hänseleien wurden mir zuviel. Ich fühlte mich beleidigt. Ich gehe jetzt nach Spanien, wo ich auf einer Farm arbeiten werde."
Ein bis heute unbekannt gebliebener deutscher Spieler ließ einen Transfer zu Leicester City platzen. Der Grund: Der Hund des Spielers hätte in Großbritannien ein halbes Jahr in Quarantäne verbringen müssen. Der Spielerberater Peter Telek kommentierte amüsiert, die Hundeliebe habe den Kicker "700.000 Mark pro Jahr gekostet". Nicht unbedingt auf systematisches Scouting führte Bielefelds Trainer Ernst Middendorp die Verpflichtung von Matthias Breitkreutz zurück: "Den habe ich aus irgendeiner dunklen Kiste geholt."
Findige Manager umgarnen zögerliche Spieler gerne mal auf Umwegen - nämlich über die Spielerfrau und die Spielerkinder. Der Klassiker: Der Gattin wird auf Vereinskosten ein Blumenstrauß zugestellt. Manches ist aber auch nur Legende, wie jene Spielzeugeisenbahn, die Leverkusens Manager Reiner Calmund angeblich den Kindern von BFC-Dynamo-Star Andreas Thom mitbrachte. Thom: "Die suche ich heute noch. Die hat es nie gegeben."
Nach der Wende hatte es viele DDR-Kicker in den Westen gezogen, der erste westdeutsche Spieler, der in den Osten wechselte, war Sergio Allievi, der von Kaiserslautern zu Dynamo Dresden ging. Mit mäßigem Erfolg allerdings, Allievi schoss ein Tor in 17 Spielen. Um den Transfer von Hannes Bongartz zu finanzieren, wurden die Eintrittspreise im Gelsenkirchener Parkstadion 1974 um eine so genannte "Bongartz-Mark" erhöht.
Spielerberater Norbert Pflippen lotste den 19-jährigen Sebastian Deisler von Mönchengladbach zu Hertha BSC, trotz "27 Anfragen von Spitzenclubs aus dem In- und Ausland". Unter anderem vom AS Rom. "Deren Präsident hätte mich mit Geld zugeschmissen, wenn ich ihm Deisler gegeben hätte. Er lud mich im Vorfeld unter einem Vorwand nach Rom ein. Im Laufe des Gesprächs erwähnt er plötzlich den Namen Deisler, greift unter den Tisch, holt einen Koffer hoch und sagt: 'Für Sie!' Ich erwidere, dass ich nicht zum Verhandeln gekommen sei, er greift wieder unter den Tisch und holt den zweiten Koffer hervor."
Eine spontane Bänderdehnung im Training sicherte dem Hamburger SV und Khalid Boulahrouz eine Menge Geld. Die sicher sehr schmerzhafte Dehnung hinderte den Holländer nämlich an der Teilnahme am Hinspiel der Hamburger in der Champions-League-Qualifikation gegen Osasuna. Wäre Boulahrouz aufgelaufen, hätte er nicht mehr für den FC Chelsea in der Königsklasse spielen können. Kurze Zeit später wurde der niederländische Nationalspieler für geschätzte 13 Millionen Euro nach London blitztransferiert. Eine simulierte Blessur, um den Marktwert zu halten? Der damalige HSV-Coach Thomas Doll sagte: "Das wäre eine Riesenenttäuschung für mich. Ich mag gar nicht daran denken."
Wenn Spieler nach Gründen für einen Wechsel gefragt werden, erzählen sie gerne etwas von "besseren sportlichen Perspektiven". Willi "Ente" Lippens begründete den Wechsel von Rot-Weiss Essen zu Borussia Dortmund hingegen freimütig: "Wegen dem Geld. Ich musste ja sehen, dass ich mir nach der Zeit als Fußballer was kaufen kann. Und jetzt habe ich einen Bauernhof mit vielen Tieren."
Früher wurden Transfererlöse noch sinnvollen Zwecken zugeführt und nicht einfach nur verpulvert. Als Gert "Charly" Dörfel von der Sportvereinigung Polizei Hamburg zum HSV wechselte, wurden dafür 3000 Mark Ablöse fällig. Dörfel: "Wie man mir später mal erzählt hat, haben die sich davon einen lustigen Kegelabend gemacht."
Drakonische Strafen für ein verbotenes Handgeld: Als der begnadete Techniker Willi Schröder im Juni 1953 eine Gratifikation für den gerade unterzeichneten Vertrag beim Hamburger SV erhielt, reagierte die Fußball-Justiz prompt und sperrte Schröder für ein ganzes Jahr. Der Handel war unter anderem aufgeflogen, weil ein Bremer Autohaus stolz ein Plakat ins Schaufenster gehängt hatte: "Dieses Auto kaufte Willi Schröder".