Kurzpässe Ballack dementiert, Adriano kritisiert
Hamburg - "Alles Quatsch. Da ist nichts dran", sagte Ballack zu einem Bericht des ZDF, das gestern unter Berufung auf Kreise des englischen Meisters FC Chelsea gemeldet hatte, der Wechsel sei so gut wie perfekt. Der Fernsehsender hatte zudem von einem Vierjahreskontrakt gesprochen, auf den sich der Mittelfeldspieler des FC Bayern München mit den Londonern geeinigt habe.
Eine Meldung der englischen Tageszeitung "Daily Express" ließ Ballack hingegen unkommentiert. Dort war davon die Rede gewesen, der Kapitän der DFB-Elf habe bei Chelsea-Coach Jose Mourinho eine Stammplatzgarantie gefordert, die der Portugiese aber ablehnte. Deshalb seien die Verhandlungen ins Stocken geraten.
Ein Wechsel von Adriano steht noch nicht im Raum, aber der Brasilianer in Diensten von Inter Mailand ist derzeit nicht gut auf seinen Club zu sprechen. Der Stürmer fühlt sich zum alleinigen Sündenbock für die zuletzt schwachen Leistungen des Serie-A-Clubs gemacht. "Der Club zeigt mir keinen Respekt mehr. Ein Spieler muss vor der Presse verteidigt werden. Ich bin von allen im Stich gelassen worden. Sie brauchen einfach nur einen Sündenbock", mäkelte Adriano in einem Interview mit dem brasilianischen Internet-Sportportal "Uol Esporte".
Italienische Medien hatten in den vergangenen Tagen bereits über einen Wechsel Adrianos zu Real Madrid spekuliert. Inter dementierte die Gerüchte allerdings in einer Mitteilung auf der offiziellen Homepage des Clubs. Danach habe Adrianos Manager Gilmar Rinaldi erklärt, sein Schützling sei lediglich enttäuscht und habe noch Ziele mit Inter.
Sorgenfrei ist der 1. FC Nürnberg. Der Club hat beste Chancen auf den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga und kann nun auch weiter dem erfolgreichen Trainer Hans Meyer planen. Der 63-Jährige erklärte heute, dass er demnächst seinen am Ende der Saison auslaufenden Vertrag verlängern werde. Es müssten nur "noch ein paar Dinge, die eine Rolle spielen und die mir wichtig sind", geklärt werden. "Aber es wird in den nächsten Tagen passieren", so Meyer.
Als Gründe für seine bevorstehende Verlängerung gab der Trainer an, es mache ihm erstens "richtig viel Spaß, mit den Jungs zu arbeiten. Zweitens hat mir der Club ein Angebot gemacht, bei dem man nicht mehr sagen kann, das ist eine Billiglösung." Meyer hatte im November die Nachfolge von Wolfgang Wolf bei den damals abstiegsgefährdeten Franken angetreten. Unter seiner Leitung holte Nürnberg bislang 23 Punkte in der Rückrunde und belegt derzeit den neunten Tabellenplatz.
Vaclav Sverkos wird seinen Verein Hertha BSC hingegen verlassen. Der tschechische Stürmer, der erst zur Winterpause von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen worden war und zuletzt nur auf der Tribüne saß, konnte sich nicht für eine Weiterverpflichtung über das Saisonende hinaus empfehlen und wird wohl nach Gladbach zurückkehren. Bei der Borussia hat er noch einen Vertrag bis 2009. Ersatztorhüter Gerhard Tremmel wird den Berlinern ebenfalls den Rücken kehren.
goe/sid/dpa